Zum Sarazenen

Christliche Deutsche sind eher prädisponiert, sich an Kindern zu vergehen und betrunken Auto zu fahren.

Ein zweifellos falscher Satz, er bewegt sich genau in dem “Argumentationsschema”, dessen sich Herr Sarrazin bemächtigt, um ganze Volksgruppen abzuqualifizieren.

Argumente aus der Rassenlehre sind bestimmt keine Grundlage, um über unbestrittene Probleme in der Einwanderungs- und Integrationspolitik zu diskutieren. Das Schlimmste, was man dann machen kann, ist das Geschwurbel dadurch zu adeln, in dem man es zur Provokation oder zum Tabubruch hochstilisiert und von einer “schweigenden Mehrheit” faselt, die diesem zustimmt. Gab es schon einmal, vor beinahe 80 Jahren, diese schweigende Mehrheit.

Und Herr Schirrmacher, sie sollten sich besonders schämen. Es mag sein, dass Herr Sarrazin hier und da einige richtige Thesen aufstellt, doch nutzt er sie am Ende nur, um seinen rassistischen Thesen einen Schein von Seriösität zu verleihen. Es ist ein Taschenspielertrick, dem sie aufgesessen sind. Das hoffe ich zumindest für sie. Denn bei Rassismus gibt es kein “Ja, aber ganz Unrecht hat ja nicht….”. Mehr dazu bei F!XMBR. (Update: Herr Schirrmacher hat sich in einem weiteren Artikel dann doch endlich klarer ausgedrückt, zum Glück).

Traurig ist nicht, dass Sarrazin dieses Buch geschrieben hat und schreiben durfte. Wieso sollte man bei jedem Idioten, der seinen Mund aufmacht, Trauer tragen? Traurig ist jedoch, dass Medien und Menschen auf ihn hereinfallen, von denen man anderes erwartet hätte.

Nachtrag: Natürlich sollte dabei nicht untergehen, dass manche seiner anderen Thesen auch sehr gefährlich erscheinen. Wenn Herr Sarrazin die Bevölkerung quasi in nützlich und nicht nützlich einteilt dann sind auch Begriffe wie “unwertes Leben” nicht mehr weit, wenn auch mit einer ökonomischen Konotation.

Hirn aus an der Müritz

Es ist selten, aber kommt vor: ich habe Urlaub gemacht. Und zwar nicht wie sonst immer auf der Couch dröge vor der Konsole hocken, sondern richtig mit Wegfahren und so. In Röbel an der Müritz mietete ich mir eine Ferienwohnung und verbracht dort bei gemischtem Wetter 6 Tage der Ruhe und Erholung. War das Wetter gut, ging es an den See schwimmen oder auf’s Bike. War das Wetter scheiße, nahm ich ein Buch in die Hand. Gut war’s. Hatte schon fast etwas von Einsiedelei.

Dank an Guido für den Tipp. Twitter und Facebook habe ich damit schon zugespammt, nach dem Sprung ein paar Eindrücke.
Read the rest of this entry »