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Call of Duty 4

1. Februar 2008

Vor einigen Tagen habe ich ja schon von den drei Oldschool Spielen gesprochen, die ich zuletzt durch gedaddelt habe. Call of Duty 4 war das zweite davon. Denn im Grunde ist es sehr altbacken. Seit dem ersten Teil hat sich das Spiel nicht verändert. Man schlüpft in die Haut eines Soldaten und durchlebt den Teil eines Krieges aus seiner Sicht. Dabei unterscheidet sich Call of Duty von reinen „On Rails“-Spielen wie Rebel Assault nur, dass man sich noch halbwegs frei bewegen kann. Alles was passiert ist gescriptet und folgt einem exakt festgelegten Schema.

Call of Duty 4 war trotzdem neu für mich, denn die ersten drei Teile habe ich gepflegt links liegen lassen. Der zweite Weltkrieg als Spiel hat mich (abgesehen von Wolfenstein) nie wirklich gereizt. Bei Call of Duty vor allem deshalb, weil es nichts anderes als die Spielumsetzung von Serien und Filmen wie Band of Brothers oder Saving Private Ryan war. Mit dem vierten Teil ist es jedoch anders. Call of Duty 4 spielt zu unserer Zeit in zwei fiktiven Konfliktherden, die jedoch genauso gut real sein könnten, und beinhaltet all die Zutaten zu einem Schäuble’schen Horrorszenario. Verrückte Islamisten, russische Atombomben, Chaos aller Orten. Wenn ich nun beschreiben will, wie sich das Ganze spielt, muss ich doch wieder auf Saving Private Ryan zurückgreifen. Stellt euch die ersten 30 Minuten, den Ansturm auf Omaha Beach, des Films vor. So geht es das ganze Spiel über. Wahnsinn.

Aber: das Spiel ist nicht zimperlich. Man befindet sich im Krieg und das Spiel tut alles daran, es so echt wie möglich erscheinen zu lassen. Dabei bleibt der in anderen Spielen oft mitgeschliffene dumpfe Pathos auf der Strecke, er ist einfach nicht vorhanden. CoD 4 vermeidet es, den Krieg zu glorifizieren, eine der größten Stärken des Spieles. Ein Grenzfall ist die AC-130 Mission, in der man Bombardements aus einem AC-130 steuert und bei Treffern schon mal ein „Nice“ zu hören bekommt. Sie wirkt besonders stark, da kaum noch Unterschied zwischen Realität und Spiel zu sehen ist, gut zu sehen an den folgenden Videos: CoD 4Realität. Einige kritisieren dies, ich glaube aber, bis auf den leichten Zynismus, so sieht Krieg heute nun mal aus, niemand hat gesagt, dass Krieg moralischen Standards genügt. Und so spiegelt sich das auch im Spiel wieder. Jedoch ist dies ein Level, dass ich auch irgendwann wieder vergessen haben werde.

Im Gegensatz zu den stärksten Stellen im Spiel. In den vielen Jahren, die mich Videospiele begleiten, habe ich noch nie gesehen, wie mein Charakter endgültig stirbt, und ich die letzten Minuten begleite. Gerade befand ich mich noch im Hubschrauber, da explodiert eine Atombombe, alles wird schwarz. Die Augen öffnen sich wieder und ich humpele durch eine zerstörte Landschaft, es herrscht eine gespenstische Ruhe während ich auf den Atompilz in der Ferne blicke. Einige Augenblicke später falle und sterbe ich. Einfach nur krass. Für die nächsten Minuten habe ich erstmal den Controller zur Seite gelegt.

Ähnlich intensiv war das Spiel während der Mission in Pripyat, der Trabantenstadt nahe Tschernobyl. Die Infiltration und die Flucht nach dem Attentat, Call of Duty 4 ist hier auf dem Höhepunkt, der das spätere, etwas abrupte Ende vergessen macht.

Das Spiel ist nicht sonderlich schwer, jedoch auch nichts für zart Besaitete. Der rote Sticker klebt zu Recht auf der Frontseite. Aber für jeden erwachsenen Spieler im Grunde ein muss, besser wurde der Schrecken des Krieges in noch keinem Videospiel gezeigt.

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Discussion about this post

  1. Carsten sagt:

    eine schöne Kritik… im Gegensatz zu dir nenne ich auch die Teile 2 und 3 von CoD (auf PS2) mein eigen… muss aber sagen, dass CoD 4 abgesehen von der sehr guten grafischen Umsetzung der abwechslungsreichste Teil der Serie ist.
    Und als nicht sonderlich schwer würde ich es auch nicht beschreiben. Schon in der zweiten Schwierigkeitsstufe „Soldat“ habe ich für einige Stellen Stunden gebraucht (z.B. wenn man im Raketensilo unter Zeitdruck die Codes eingeben muss)

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