Nada Surf, Berlin

Nada Surf live zu sehen und hören hat irgendwie etwas von einem Treffen mit Freunden, die man Jahre nicht gesehen hat. Man fühlt sich sofort wohl und hat eine gute Zeit. So auch Ende Februar im Huxley’s Neue Welt. Vorher dachte ich noch, bis auf das neue Album nicht so sehr viel von der Band zu kennen, aber nach und nach kamen mir immer mehr Songs bekannt vor, lange her alles. Irgendwie schön. So muss es sich wohl anfühlen, wenn Muttis und Vatis zu einem Konzert von, sagen wir, Joe Cocker gehen. Pathos inklusive. Da ist man dann für 2 Stunden wieder 16 mit Zukunftsträumen und Teenage Angst.

Nee, ehrlich, war sehr schön. War aber zwiegespalten, als von der Bühne der Schlachtruf ertönte, dass Rock&Roll und Vinyl die einzigen Dinge sein würden, die Zeit überdauern. Habe das letzte Album nur als digitalen Download. Machte mir sofort Gedanken, genug Geräte auf Vorrat zu horten, dass ich meine MP3-Sammlung noch in 20 Jahren hören kann. First World Angst.

WATERS, Berlin

Die Überraschung an einem Abend, an dem wir eigentlich nur grandiose Nada Surf erwartet haben. Doch der wunderbare Auftritt von Waters hat mich umgehauen. Und die ganze Zeit nagte es an mir, diese Stimme, so bekannt und vertraut. Es dauerte bis ich auf LP schaute, die mir der Sänger nach dem Konzert in die Hand drückte und wir die Hände geschüttelt hatten. Sein Name steht auf dem Sticker: Van Pierszalowski (ja, Copy & Paste). Auch Sänger von Port O’Brien, die es leider nicht mehr gibt. Kurz vorher sagte ich ihm, wie sehr mir seine Musik gefällt. Dies erlangte nun nur umso mehr Wahrheit.

So verließ ich die Halle mit dem verdammt guten Gefühl, einem tollen Musiker ins Gesicht sagen zu können, wie sehr ich das, was er macht, schätze. Mit der ersten LP in meinem Leben, wo ich doch gar keinen Plattenspieler habe. Aber ein Downloadcode steckte dabei.

Und das Album “Out In The Light” (Spotify-Link) ist sooo gut. Port O’Brien in rockig und rotzig. Mit Songs (hier gibt es die Album-Version) wie folgendem, der sich mir wahrscheinlich für immer im Ohr festgesetzt hat. Kauft es, es lohnt sich.

Snow Patrol

Es gibt Bands, die liefern konstant auf hohem Niveau. Andere haben ein Hammeralbum. Manche genau nur einen guten Song. Für mich gehörten Snow Patrol immer in die letzte Kategorie. “Shut Your Eyes” ist dieser eine Song. Aber sie mag die Band sehr, also wurde letztes Wochenende das Weihnachtsgeschenk eingelöst: zwei Tage in Berlin mit Konzertbesuchen. Ihr gefiel dieses, mir nicht. Wahrscheinlich befinden sich irgendwo unter dem Arzt-Serien-Pathos mit Synthiezuckerguss noch weitere gute Songs, ich habe sie nicht gefunden. Selbst als sich 3 e-Gitarren auf der Bühne befanden war von Rock nichts zu spüren, der Synthieteppich erstickte alles. Die Show war in Ordnung, tatsächlich waren die Videoinstallationen nett anzusehen. Versaut haben es für mich aber am Ende die unentspannten Prenzlbergmuttis, die sich bei jeder leichten Berührung, die nun mal bei Stehplätzen geschehen, angepisst fühlten. Ach… Berlin… . Doch es ging ja nicht um mich, sondern um sie. Und so war es doch ein schöner Abend.

Wanderluster

Von Band of Skulls. Das neue Album “Sweet Sour” gibt es seit Freitag, insgesamt genauso gut wie der Song. Hach.