Warum soll ich mich erklären?
Neben den üblichen reflexhaft oberflächlichen geäusserten Forderungen nach stärkerem Jugendschutz und Verboten von Videospielen, kommt nach Amokläufen an Schulen gerne auch zu einer Art Kulturpessimismus, in dem beweint wird, dass sich lieber “Gewaltorgien” zugewandt wird, anstatt sich höheren kulturellen Genüssen zu ergeben. Dabei stellt sich auch gerne die Frage, warum es solche Spiele denn geben muss. Wie heute auch Don Alphonso, der mit diesem Eintrag wahrscheinlich endgültig bei der FAZ angekommen ist. Ich habe mich dazu überwunden, dort auch einen Kommentar zu hinterlassen und habe auf die Frage, warum ich die Spiele mag, nur kurz geantwortet, dass sie Spaß machen, und eine längere Beantwortung offen gelassen.
Jetzt überlegte ich, ob ich dies nicht mal nutzen sollte, hier darüber zu reflektieren, was mich an Shootern im speziellen so fasziniert. Ich stand dabei allerdings vor dem Problem, wie mich erkläre und dabei die Erkenntnislücke der “hochkulturellen” Elite überwinde, die aus dem Unvermögen besteht, zu erkennen, dass Spiele mehr als nur ihre Ästhetik sind. Auch kam mir in den Sinn, dass ich mich mit Erklärungsversuchen in eine defensive Position bringe, die ich weder verdient noch nötig habe. Das Ergebnis ist also, dass jedwede Aussage dazu fruchtlos ist. Die Zeit ist auf meiner Seite.
