Vor einigen Tagen schon kam da oben ein neuer Link hinzu. Der führt zu einem neuen Blog, dass ich mir vor einiger Zeit ausgedacht habe. Aus der Not mein Englisch nicht einrosten zu lassen, da ich es vor allem im Schriftlichen kaum nutze, habe ich es mit dem Ziel erstellt, auf Englisch meine Zeit mit Videospielen zu beschreiben. Was ich gerade spiele, wie mir das Spiel gefällt und was mir halt sonst noch alles einfällt. Mein persönlicher Blick auf meine Erlebnisse und Gedanken mit dem Controller in der Hand. zum Beispiel beschreibe ich, wieso mir Assassin’s Creed nicht wirklich gefallen hat. Das ganze lautet auf den Namen Nerdtales.net. Wie gesagt, alles auf Englisch. Ein Experiment für mich. Wer Fehler findet, den bitte ich mich zu berichtigen. Es geht mir dabei vor allem um die Sprache.
Hier werde ich auch weiter meinen Senf zu Themen rund um Videospiele abgeben, nur Reviews werden wohl eher drüben zu finden sein.
Das war es wahrscheinlich, die Games Convention wird nach Köln abwandern. Naja, nicht ganz. Tatsächlich wird es in Köln eine neue Games-Messe geben. Der Name Games Convention bleibt in Leipzig. Und vielleicht sogar eine Messe mit dem Namen Games Convention. Warum das so ist, erklärt Thomas gut verständlich.
Aber ich persönlich fänd es eh nicht so schade. Klar, schlimm für die Stadt. Aber die Messe ist doch zu sehr in das Fahrwasser der VIVA-Generation geraten. Das Publikum ging mir 2007 derbe auf den Sack, die Stände und deren Personal waren zum Teil auch eher mau. Das war ein einziger Versuch, durch Lautstärke Aufmerksamkeit zu erregen. In Köln wird das Ganze dann noch schlimmer werden. Für sowas werd ich eindeutig zu alt. Eine erwachsenere Messe in Leipzig fände ich dann doch ganz gut. In Köln dürfen Videospiele gerne als Massenware für die ADS-Generation präsentiert werden, solang hier in Leipzig der Aspekt Kunst mehr hervorgehoben wird.
Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) hat ihre Leitlinien zur Indizierung von Medien, insbesondere Videospielen, aufgebohrt. Bisher wurde vor allem nach technischen Kriterien beurteilt. Also wenn zum Beispiel Gewalt besonders krass dargestellt wurde.Das hat auch immer ganz gut funktioniert. Aber anscheinend haben die unsäglichen Diskussionen darüber auch bei der BPjM die konservativen Geister geweckt. Neu ist jetzt, dass ein Spiel auch bei Unsittlichkeit indiziert werden kann und muss.
Das Problem: Unsittlichkeit ist ein sehr sehr vager Begriff, der sich über die Zeit immer wieder verändert hat. Er spiegelt eine Art gesellschaftliche Moral wider. Anhand dessen aber ein Spiel zu bewerten stelle ich mir sehr schwierig vor. Denn wer gibt die Moralvorstellungen vor, wer definiert, was unsittlich ist? Selbst der Minirock galt mal als unsittlich. Heutzutage aber wird der Begriff meist im Zusammenhang mit aktiven sexuellen Übergriffen benutzt. Und wie kann das ein Videospiel bewerkstelligen? Und nur zur Info: Sex findet in Videospielen fast gar nicht statt.
Anscheinend wird versucht, Videospiele jetzt auch nach moralischen Maßstäben zu messen, was mir einen echten Kotzreiz beschert. Damit geht man in eine ähnliche Richtung wie sie schon der Wanderprediger Rainer Fromm haben möchte. Der Staat wird zur Sittenpolizei. Es wird echt Zeit, dass Videospiele allgemein als Kunstform anerkannt werden, dann muss man sich nicht immer mit so eine hirnverbrannten Scheisse auseinandersetzen.
Sehr interessant auch die drei Seiten bei Golem.de.
Uncharted, das derzeitige Vorzeigespiel auf der PS3, ist das dritte der Oldschool-Spiele, von denen ich gesprochen habe. Wenn man sich die Grafik anschaut, möchte man meinen, das kann eigentlich nicht sein. Aber tatsächlich ist das Spiel wohl das Altbackendste von den dreien. Aber von vorne.
Das Spiel dreht sich um einen jungen Mann, der wohl ein ferner Nachfahre des berühmten Sir Francis Drake ist, und auch auf dessen Spuren wandelt. Nathan Drake ist Schatzssucher. Und damit ist eigentlich auch schon das ganze Spiel erklärt. Wäre es nicht so verdammt gut. Im Grunde orientiert sich das Spiel sehr stark an 80er Jahre Abenteuerfilme wie “Jagd nach dem grünen Diamanten”. Viel Action, ein bisschen Humor. Die Story wird über Cutscenes innerhalb der Spielengine erzählt. Es empfiehlt sich, das Spiel auf Englisch umzustellen, dann macht es erst besonderen Spaß.
Das Spiel sieht nicht nur gut aus. Es spielt sich auch gut. Dabei handelt sich um einen Mix aus altbekannter Tomb Raider Hüpferei und Ballereien à la Gears of War. Und es wird sehr viel geschossen. Am Anfang ist das Zielsystem etwas hakelig, es ist nicht so genau und präzise wie in Gears of War. Aber man gewöhnt sich auch daran.
Habe ich schon erwähnt, dass das Spiel gut aussieht? Und mit gut meine ich verdammt gut. Es ist das grafische Highlight auf der Playstation 3. Und es ist endlich mal ein Spiel, dass sich nicht auf die Unreal 3 Engine verlässt. Ein Großteil von Uncharted spielt im Dschungel und in verlassenen Ruinen. Und das sehr glaubhaft. Es ist einfach nur schön.
Wer eine PS3 besitzt sollte sich Uncharted anschauen. Man bekommt ein Spiel, dass im Grunde eine Portierung von 80er Jahre Abenteuerfilmen in die Videospieleneuzeit ist. Dabei kommt zwar nicht viel neues herum, aber es macht derben Spaß.
Vor einigen Tagen habe ich ja schon von den drei Oldschool Spielen gesprochen, die ich zuletzt durch gedaddelt habe. Call of Duty 4 war das zweite davon. Denn im Grunde ist es sehr altbacken. Seit dem ersten Teil hat sich das Spiel nicht verändert. Man schlüpft in die Haut eines Soldaten und durchlebt den Teil eines Krieges aus seiner Sicht. Dabei unterscheidet sich Call of Duty von reinen “On Rails”-Spielen wie Rebel Assault nur, dass man sich noch halbwegs frei bewegen kann. Alles was passiert ist gescriptet und folgt einem exakt festgelegten Schema.
Call of Duty 4 war trotzdem neu für mich, denn die ersten drei Teile habe ich gepflegt links liegen lassen. Der zweite Weltkrieg als Spiel hat mich (abgesehen von Wolfenstein) nie wirklich gereizt. Bei Call of Duty vor allem deshalb, weil es nichts anderes als die Spielumsetzung von Serien und Filmen wie Band of Brothers oder Saving Private Ryan war. Mit dem vierten Teil ist es jedoch anders. Call of Duty 4 spielt zu unserer Zeit in zwei fiktiven Konfliktherden, die jedoch genauso gut real sein könnten, und beinhaltet all die Zutaten zu einem Schäuble’schen Horrorszenario. Verrückte Islamisten, russische Atombomben, Chaos aller Orten. Wenn ich nun beschreiben will, wie sich das Ganze spielt, muss ich doch wieder auf Saving Private Ryan zurückgreifen. Stellt euch die ersten 30 Minuten, den Ansturm auf Omaha Beach, des Films vor. So geht es das ganze Spiel über. Wahnsinn.
Aber: das Spiel ist nicht zimperlich. Man befindet sich im Krieg und das Spiel tut alles daran, es so echt wie möglich erscheinen zu lassen. Dabei bleibt der in anderen Spielen oft mitgeschliffene dumpfe Pathos auf der Strecke, er ist einfach nicht vorhanden. CoD 4 vermeidet es, den Krieg zu glorifizieren, eine der größten Stärken des Spieles. Ein Grenzfall ist die AC-130 Mission, in der man Bombardements aus einem AC-130 steuert und bei Treffern schon mal ein “Nice” zu hören bekommt. Sie wirkt besonders stark, da kaum noch Unterschied zwischen Realität und Spiel zu sehen ist, gut zu sehen an den folgenden Videos: CoD 4 – Realität. Einige kritisieren dies, ich glaube aber, bis auf den leichten Zynismus, so sieht Krieg heute nun mal aus, niemand hat gesagt, dass Krieg moralischen Standards genügt. Und so spiegelt sich das auch im Spiel wieder. Jedoch ist dies ein Level, dass ich auch irgendwann wieder vergessen haben werde.
Im Gegensatz zu den stärksten Stellen im Spiel. In den vielen Jahren, die mich Videospiele begleiten, habe ich noch nie gesehen, wie mein Charakter endgültig stirbt, und ich die letzten Minuten begleite. Gerade befand ich mich noch im Hubschrauber, da explodiert eine Atombombe, alles wird schwarz. Die Augen öffnen sich wieder und ich humpele durch eine zerstörte Landschaft, es herrscht eine gespenstische Ruhe während ich auf den Atompilz in der Ferne blicke. Einige Augenblicke später falle und sterbe ich. Einfach nur krass. Für die nächsten Minuten habe ich erstmal den Controller zur Seite gelegt.
Ähnlich intensiv war das Spiel während der Mission in Pripyat, der Trabantenstadt nahe Tschernobyl. Die Infiltration und die Flucht nach dem Attentat, Call of Duty 4 ist hier auf dem Höhepunkt, der das spätere, etwas abrupte Ende vergessen macht.
Das Spiel ist nicht sonderlich schwer, jedoch auch nichts für zart Besaitete. Der rote Sticker klebt zu Recht auf der Frontseite. Aber für jeden erwachsenen Spieler im Grunde ein muss, besser wurde der Schrecken des Krieges in noch keinem Videospiel gezeigt.