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Das Pfeiffen im Walde ist eigentlich ein Tinitus

8. Mai 2009

Was soll man noch so einem Abend noch sagen? Das Konzert von Metallica in der Leipziger Arena war ein wirklicher Hammer. Das dritte Konzert der Band, dass ich besuchen konnte, und insgesamt das Beste. Der Abend aber vorher schon geil begonnen.

Die erste Vorband war The Sword. Ich kannte einen Song („Freya“) schon aus einem der Guitar Hero Spiele, so dass ich gespannt war, wie sie sich den live anhören. Zunächst, der Sound war scheiße. Der Gesang viel zu sehr im Hintergrund und auch die Soli waren kaum zu hören. Trotzdem hat mir dieser Mix von schnellem Riffing und an Black Sabbath erinnerden langsam Parts sehr gut gefallen. Nach kurzer Umbaupause und einem schnellen Bier spielten dann Machine Head auf. Auch hier war der Sound eher Müll. Das tat dem Spaß aber keinen Abbruch, den es dann in der Moshpit gab. Gemessen an Köln war es durch den Bühnenaufbau (die Bühne war in der Mitte des Raumes wodurch sich die Menge mehr verteilt hat) eher unspektakulär, jedoch haben die 6 Songs gereicht, mein T-Shirt komplett durchzuschwitzen. Es hat auch gereicht, dass sich mal wieder einige darüber beschwert haben.

Deshalb hier mal ein kleiner Exkurs für die Leute, die zu einem Metalkonzert gehen, sich vorne reinstellen und dann erwarten, dass das Publikum so ruhig bleibt wie bei einem Heino-Konzert. Bitte macht euch vorher schlau. Moshpits gehören zu einem Konzert wie gestern so sehr dazu wie verschwitzte Bierbäuche und jede Menge Bier. Wer dann auch noch so dämlich ist, sich in die ersten Reihen zu stellen, wenn eine Band spielt, die für ausufernde Action vor der Bühne berühmt-berüchtigt ist, ist selber schuld. Und wenn es euch dann nicht gefällt, dann geht bitte raus und droht den Leuten, die das tun, was sie immer tun, nicht auch noch Schläge an. Niemand zwingt euch, da vorne zu stehen. Bleibt ihr doch, dann müsst ihr das aushalten können. Wenn es regnet, wird man eben nass.

Nach Machine Head blieb ich direkt vorne stehen. Die Umbaupause zog sich hin, aber die Leute hatten zwischen durch trotzdem Spaß. Gegen 21:10 gingen dann die Lichter aus und Metallica betraten die Bühne. Und was für eine Show. Besonders auffällig waren die 8 übergroßen Särge, die von der Decke hingen. Je zwei an den Kopfenden der Halle und insgesamt 4 direkt über der Bühne. Während der Show wurden sie immer wieder heruntergefahren und gedreht. In ihnen befestigt waren diverse Scheinwerfer. Die Bühne wurde von der Band perfekt genutzt. Es war viel Bewegung und jede Seite der Halle hatte etwas zu sehen. Das Drumset von Lars Ulrich stand in der Mitte und wurde nach je einem Viertel der Show um 90° gedreht. Und natürlich gab es auch diverse pyrotechnische Spielereien.

Die ersten zwei der Songs litten noch unter einem etwas dünnen Sound bis dann einer der Toningenieure den „Arsch-aus-der Hose-treten“ Knopf gefunden hatte. Der Ton wurde merklich druckvoller. Bemerkenswert war die Gesangsleistung von James Hetfield. Glitt er in den letzten Jahren öfters mal in ein Gejaule ab, hatte er seine Stimme diesmal sehr gut unter Kontrolle. So gut, dass er sehr oft den Gesangsstil der ersten 4 Platten halten konnte. Sehr geil. Etwas durchwachsen fand ich jedoch die Setlist. Insgesamt 7 Songs vom neuen Album waren dann doch etwas viel, zumal einige absolut nicht zünden wollten (Judas Kiss z.B. war ein Rohrkrepierer). Klar waren auch einige Klassiker dabei (Seek&Destroy, Ride the Lightning, Fight Fire with Fire, Master of Puppets und sogar The Small Hours). Trotzdem fehlten mir dann doch so Sachen wie Fade to Black oder For Whom the Tolls. Aber man kann auch nicht alles haben.

Musikalisch waren Metallica über alle Zweifel erhaben. Nur Lars hatte mal wieder einige seiner typischen Fuck-ups. Aber das gehört auch zu jeder Metallica-Show dazu. Die Menge ging auch gut ab, so dass es ingesamt ein sehr runder Abend war. Was kann an 2,5 Stunden Metallica auch schlecht sein?

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