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Denkwechsel

24. Mai 2007

Die ganzen Dopinggeständnisse von Aldag, Zabel und Co. sind im Grunde ja nichts wirklich neues. Jedem Zuschauer mit ein bissel Grips muss schon seit Jahrzehnten klar sein, dass es ziemlich utopisch ist, ohne Hilfsmittel ein Rennen wie die Tour de France zu bestreiten. Berge, die Otto-Normal-Mensch kaum hochgelaufen kommt mit einem Stundenmittel von 20-30km/h bewältigen…nee ist klar. Aber wenigstens wird es offen ausgesprochen. Das ist schon mal ein Anfang.

Jetzt wollen also alle den Denkwechsel. Dieser soll in den Teams, den Verbänden, bei den Sponsoren vollzogen werden. Aber mal ehrlich: Das wird nicht reichen. Dazu eine kleine Anekdote. Mein Vater fährt gerne Rennrad und treibt sich in diversen Internetforen zu dem Thema herum. Er hat mir mal erzählt, dass er in einem Forum landete, in dem sich Hobby-Fahrer darüber unterhielten, wie sie mit dem Medizinschrank ihre Leistung verbessern können. Wie krank ist das bitte?

Solange diese Denke bis auf das unterste Level vorhanden ist, wird sich auch nichts ändern. Da sind die Anstrengungen des Team T-Mobile, so sie denn ehrlich gemeint sind, ein Tropfen auf den heißen Stein. Man sieht dies ja sehr deutlich an anderen Teams. Vor der letzten Tour de France wurden zig Fahrer auf Grund der Aktion Puerto von ihren Teams suspendiert. Darunter auch Ivan Basso. Was passiert? Er bekommt Monate später einen neuen, wahrscheinlich hoch dotierten, Vertrag bei Team Discovery, obwohl er unter Doping-Verdacht steht. Lance Armstrong – der ewige Saubermann – ist im übrigen Mitinhaber.

Gut, Basso wird jetzt wahrscheinlich nie mehr fahren, aber die Geste zählt. Solange die Teams und Sponsoren auf ihren eigenen Vorteil, den flüchtigen Erfolg schielen, und das machen viele, solange wird sich auch nichts ändern. In der ganzen Misere sind die Fahrer im Grunde die armen Schweine. Entweder dopen oder raus aus dem Profisport sein. Und dies wurde und wird weiterhin von einigen Teams und Sponsoren billigend in Kauf genommen. Wenn es dann aber rauskommt, ist natürlich nur der Fahrer schuld.

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  1. […] Wer hätte noch vor Wochenfrist damit gerechnet? Hatte man sich nicht längst damit abgefunden, daß die Tourheroen ihr Wissen um die leistungsförderlichen Helferlein mit ins Grab […]

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