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Die Schwarzen sind in der Stadt

3. Juni 2006

Wie immer an Pfingsten findet in Leipzig, über mehrere Locations verteilt, das [tag]Wave-Gothic-Treffen[/tag] (kurz [tag]WGT[/tag]) statt. Daher trifft man hier auf der Straße vor allem in allerlei Variationen von Schwarz gekleidete Menschen. Im Vergleich zum letzten Jahr ist das Lineup für meinen Geschmack eher mau, aber für zwei Bands habe ich mich dann doch entschieden, ein Ticket zu kaufen. Leider gibt es keine reinen Tagestickets, also musste ich 65 Euro für ein 4-Tagesticket berappen. Macht aber nix, für [tag]Katatonia[/tag] und [tag]The Gathering[/tag] lohnt es sich.

Gestern bereits habe ich den Auftritt von The Gathering besucht. Auf der Parkbühne im Clara-Park gab es wohl ein paar Verzögerungen, da um 21 Uhr eigentlich The Gathering spielen sollten, aber Samael gerade erst ihr Programm begonnen haben. Kein Problem, wollte ich ja eh mal anhören, nachdem in der einschlägigen Presse soviel Positives zu lesen war. Nach dem Gig habe ich mich dann aber ernsthaft gefragt: warum? Der Auftritt war recht schwach, die Keyboarder und der Bassist haben die ganze Zeit spastisch auf der Bühne rumgezappelt, die Drums kamen vom Band….gähn. Und die Musik selber war auch recht einfach gestrickt. Ein stampfender Einheitsbeat, der die Geschwindigkeit über einen gesamten Song beibehalten hat, uninspirierte Riffs…irgendwie alles nicht so toll. Nach einer Stunde wars zum Glück vorbei.

In der Zwischenzeit wurde ich immer wieder komisch angeschaut, wahrscheinlich weil ich der einzige Farbtupfer im Einheitsschwarz war. Keine langen Haare, Baseballcap, weißes T-Shirt, Baggy-Jeans und weiße K-Swiss Sneaker waren wohl zuviel für die Toleranzschwelle einiger „normaler“ Besucher.

Gegen 22 Uhr traten dann The Gathering auf. Sie lieferten ein wunderbares Set, welches ihre Anfänge und ihre neueren Veröffentlichungen umspannte. Hier die Setlist, soweit ich sie noch zusammenbekomme:

  1. Liberty Bell
  2. Even the spirits are afraid
  3. Shorttest Day
  4. In Between
  5. Saturnine
  6. Probably Built in the Fifties
  7. On most Surfaces
  8. Like Fountains
  9. In Motion #1
  10. Eléanor

Falls ich einen Song vergessen habe, bitte in die Kommentare. Auf jeden Fall war es ein bezaubernder Auftritt. Ganz ohne den szenetypischen Pathos präsentierte sich eine erwachsene Band in bester Form. Anneke, die Sängering, hat ein unglaubliches Charisma und nicht nur ich hing ihr die gesamte Stunde über an den Lippen. Die Band erschien als perfekte Einheit mit sehr viel Spielfreude. Leider war der Auftritt viel zu kurz. Nur eine Stunde für einen Headliner ist viel zu wenig, von mir aus kann man gerne eine Band vorher einfach aus dem Lineup lassen, damit die wirklich guten Bands mehr Zeit zum spielen haben.

Aber wahrscheinlich passen The Gathering genausowenig auf das Festival wie ich. Es lässt sich sonst nicht anders erklären, dass zwischen den Zuschauern noch erstaunlich viel Platz war. Ich hoffe, ich kann The Gathering irgendwann nochmal und dann auch viel länger sehen.

Heute Abend geht es zu Katatonia, ich denke ich werde spasseshalber noch Tears of Tragedy vorher mitnehmen.

[tags]Musik, Music[/tags]

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