Nicht mein Publikum. Nimmermehr.

Menu & Search

DRM ist nicht nur digitale Rechteminimierung

11. Januar 2009

Ich gebe zu, DRM nervt in vielen Bereichen. Zum Beispiel bei Musik oder anderen Medieninhalten. Gut, bei Musik über iTunes hat es mich nie gestört, da ich sowieso einen iPod bzw. jetzt ein iPhone benutze und Fairplay effektiv nicht mehr macht, als die Musikdateien mit meinem iTunes Account zu verbinden. Das ist für mich kein großer Akt, ich kann aber verstehen, dass es manchen dann doch nervt. Es gibt schlimmere Implementationen von DRM – vor allem was Filme/ Videos und den dämlichen HDCP Standard angeht.

Aber viel von dem Geschrei über DRM kann ich manchmal trotzdem nicht nachvollziehen. Die Elektronic Freedom Foundation (EFF), eine Bürgerrechtsgruppe, hat nach der Ankündigung von Apple über den Verzicht auf DRM bei Musiktiteln eine Stellungnahme veröffentlicht, bei der ich den Kopf schütteln muss. Darin geht es der EFF vor allem darum zu zeigen, wie Böse Apple trotzdem sei, da immer noch DRM in anderen Produkten enthalten sei.

Einige der Vorwürfe sind einfach nur absurd. So soll Apple DRM einsetzen, damit OSX nur auf Apple Hardware laufe. Ich meine, es ist Apples gutes Recht zu entscheiden, auf welchen Plattformen die eigene Software laufen kann. OSX ist beleibe nicht das einzige Betriebssystem am Markt, hat also keine beherrschende Stellung, also entsteht niemandem ein Nachteil aus der Koppelung von OS und Rechner. Niemand wird gezwungen OSX zu benutzen. Zumal OSX im Vergleich zu anderer kommerzieller Software sehr frei daher kommt. Keine Zwangsaktivierung, keine Seriennummer, kein Limit, wie oft das OS auf einem Rechner installiert werden darf etc.

Das andere Inhalte im iTunes Store immer noch DRM beinhalten ist auf dem Mist der jeweiligen Rechteinhaber gewachsen. Und das sind in dem Fall Audible (bei Hörbüchern) und die Filmindustrie. Dass neuere MacBooks jetzt HDCP unterstützen ist nur notgedrungen, sonst könnte bestimmte Filminhalte gar nicht mehr auf externen Geräten angezeigt werden. Auch der Appstore (in dem man sich vorher geprüft Applikationen auf das iPhone/ den iPod Touch herunterladen kann) hat DRM nicht um Kunden zu gängeln (denn das tut es de facto nicht), sondern um etwaige Malware wie auch andere fragwürdige Inhalte draussen zu halten.

Grundsätzlich basiert Apples Geschäftsmodell schon immer darauf, ein geschlossenes System anzubieten. Das hat für den Kunden einige Vorteile, bestimmt auch manche Nachteile. Aber niemand ist gezwungen, es zu benutzen.

Allerdings wollte ich noch etwas anderes hinaus. Es wird immer nur von den negativen Seiten von DRM berichtet. Es gibt durchaus auch positive Seiten. DRM erlaubt es, bei vielen Applikationen, die auf einem Lizenzmodell aufbauen, dieses Modell besser zu kontrollieren und flexibler zu machen. DRM findet sich zum Beispiel in vielen Dongles im Bereich der Kommunikationssoftware, beispielsweise bei UMS-Systemen, um dem Kunden genau das freizugeben, was er auch bezahlt hat. Klar, er könnte das System gleich mit voller Kapazität kaufen, aber das wäre unter Umständen viel teurer als das, was er wirklich bräuchte. Das ist nur ein Beispiel für sinnvollen Einsatz von DRM. Und es gibt noch einige mehr davon.

DRM sollte man dort bekämpfen, wo dessen Einsatz vor allem repressiven Charakter hat. Aber die generelle Verteufelung ist ziemlich kurzsichtig und zeugt von einer Menge Unwissen.

Related article
Winter Market

Winter Market

<Instagram>

Sorgen

Wie kann man Sorgen ernst nehmen, wenn diese Sorgen im…

Linksruck

Linksruck ist, wenn ein einziger linker Ministerpräsident vereidigt wird, während…

2 Discussion to this post

  1. erlehmann sagt:

    Ich meine, es ist Apples gutes Recht zu entscheiden, auf welchen Plattformen die eigene Software laufen kann.

    Dass du damit die Software nicht kaufst, sondern mietest spiegelt sich bereits in deiner Wortwahl wieder. Manche Menschen wollen aber nun einmal volle Kontrolle über ihr Eigentum – den Rechner – haben.

  2. Marcel sagt:

    ich weiss nicht wie du dir das vorstellst, aber ich habe mit osx die volle kontrolle ueber meinen rechner. ausserdem zielte die wortwahl eindeutig auf etwas anderes ab.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Type your search keyword, and press enter to search