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Generalverdacht

8. Januar 2007

Wie SpOn berichtet, ist den sachsen-anhaltinischen Strafverfolgern ein großer Schlag gegen Kinderpornografie im Internet gelungen. Mit Hilfe der Daten von 22 Millionen Kreditkarteninhabern wurden die Inhaber gefunden, die an eine dubiose Internetadresse per Kreditkarte bezahlt haben. Die Behörden sind wohl hingegangen und haben in allen Datensätzen nach denen gesucht, die eben eine Buchung an ein gewisses Konto aufweisen konnten. Dabei sind aus den 22 Millionen Datensätzen 322 Leute herausgefiltert worden. Das nennt man dann wohl Rasterfahndung: Nach der Nadel im Heuhaufen suchen. Die Kreditkartenunternehmen haben die Daten anscheinend freiwillig herausgerückt.

Und mich regt das _tierisch_ auf und es erschüttert mein Vertrauen zu diesen Instituten (in meinem Fall Pluscard) massivst. Bisher bin ich persönlich davon ausgegangen, dass meine Kontobewegungen geheim sind und das ich entscheide, was mit diesen Daten passiert. Zumindest sagt das das Grundgesetz (informationelle Selbstbestimmung). So schlimm Kinderpornografie und deren Folgen auch sind, der Staat hat in meinen Augen nicht das Recht, mein mir von der Verfassung garantiertes Recht zu beugen oder gar zu brechen. Und ein Kreditkartenunternehmen schon gleich gar nicht. Seit wann gilt in einem Rechtsstaat die Maxime: „Der Zweck heiligt die Mittel“? Dies wird auch im Lawblog gerade heftig diskutiert.

Ich habe mir mal den Spass gemacht und eine eMail an Pluscard gesendet, mit der Bitte um Stellungnahme:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Wie heute auf dem Portal des Magazins Spiegel zu lesen ist, erziehlten die sachsen-anhaltinischen Strafverfolgungsbehörden einen Erfolg gegen Internet-Kinderpornografie. Dabei wurden laut dem Bericht (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,457844,00.html) die Kreditkartendaten von 22 Millionen Menschen benutzt, um 322 Täter herauszufiltern.
Ich möchte sie gerne Fragen, mit welchem Recht sie private Daten freiwillig herausgeben und in welchem Umfang diese übergeben wurden. Wurden alle von ihnen geführten Daten an die Behörden übergeben, oder die, durch Angaben der Behörden, vorgefilterten Datensätze?

Mein Vertrauen in ihr Unternehmen wurde massivst erschüttert. Ich hoffe um Aufklärung.

Mit freundlichen Grüßen,

Marcel Nowicki

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Discussion about this post

  1. besucher sagt:

    *gähn*

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