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Jetzt vergesst halt mal das Internet

29. Juni 2009

Wenn man heute versucht grundsätzliche Fragen zu diskutieren, sind sie meist am Internet aufgehangen. Da wird dann von Denunziation gesprochen, oder es wird darüber nachgedacht, wie weit die Freiheit von Informationen gehen darf, bevor sie die Freiheit des einzelnen einschränkt. Wohlgemerkt, alles im Internet.

Ich finde die Gedanken von Johnny ja richtig und wichtig und ich glaube, dass sich der Konsens darüber irgendwann von allein entwickeln wird. Man kann die Entwicklung dahin eigentlich nur durch eigenes Tun und (manchmal wichtiger) eigenes Nichtstun in die richtige Richtung lenken. Es ist definitiv kein politischer sondern ein gesellschaftlicher Prozess.

Aber das Ganze immer am Internet aufzuhängen ist definitiv die falsche Betrachtungsweise. Denn das impliziert, dass diese Fragestellung erst mit dem Internet aufgekommen wäre, man die Schuld an Fehlentwicklungen dem Internet anlasten könnte. Wäre ich bösartig, könnte ich sagen, dass Johnny damit schon ein bisschen in die gleiche Kerbe wie so mancher Internetausdrucker schlägt. Möchte ich aber nicht. Ich möchte allerdings darauf hinweisen, dass es sich hier im ein Medien übergreifendes Problem handelt. Natürlich gehören Bilder von ermordeten Kindern nicht ins Netz. Aber genauso wenig gehört das Privatleben eines deutschen Politikers nicht in die oberste Schlagzeile einer deutschen Boulevardzeitung. Oder das Bild eines Amokläufers auf die Frontseite des ehemaligen Nachrichtenmagazins. Das könnte man jetzt immer weiter spinnen.

Was kann und muss öffentlich sein und was nicht ist nicht nur ein gesellschaftlich zu lösendes Problem. Es ist zu allererst ein gesellschaftliches Problem. Und hat mit dem Netz eigentlich nur soviel zu tun, als dass das Netz die Fehler der Gesellschaft genauso abbildet wie alles andere auch.

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