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Killerspiele und Kultur

29. November 2006

Anscheinend mag sich auch das deutsche Feuilleton in die Killerspiel-Debate einschalten. Auf der Seite der Süddeutschen Zeitung erschien ein Artikel von Bernd Graff (via Pii ist genau 3), in welchem er auf die „abscheuliche Ästhetik“ genauer eingeht.

Auszug:

Man kann außerdem noch einmal daran erinnern, dass Bilder in Computerspielen nicht-notwendige Bilder sind; dass es außer dem Grund, sie zu verkaufen, keinen gibt, sie herzustellen und zu zeigen – erst recht nicht als optischen Balanceakt auf der Ekelschwelle. Dann ist offensichtlich, dass man sich diesen entmenschlichten Bildern auch nicht aussetzen muss. Das entkräftet das immer wieder gern angeführte Argument der Spielebefürworter, dass Computerspiele auch nur zeigen, was das Fernsehen zeigt. Stimmt, doch gerade darum kann man sich den Zustrom an überflüssigen Computer-Bildern sparen.

Das Argument ist absolut nicht stichhaltig. Ginge es nur um die Ästhetik von Bildern, könnte man sich in der Tat so einiges sparen. Darunter unter anderem zig gefeierte, avantgardistische Theaterstücke in denen gepisst, gekotzt, geblutet, gemordet und vergewaltigt wird und in denen die schlimmste Gossensprache herrscht. Oder Fotoausstellungen, in denen todkranke Menschen in künstlichen Situationen beim Sterben fotografiert werden. Ach, nein, Stop. Das nennt sich ja Kunst und soll zum Nachdenken und zur Diskussion anregen… Bullshit. Denn am Ende entscheidet jeder für sich selbst, welche Bilder er konsumieren möchte und welche nicht. Deshalb ist die Bildästhetik auf gar keinen Fall ein Kriterium für die Verbannung des jeweiligen Mediums. Die Bewertung der Ästhetik ist schlussendlich eine Frage des persönlichen Geschmacks und sollte nicht der kollektiven Meinung unterworfen werden.

Am Ende ist dieser Artikel also nichts anderes als ein Lebenszeichen des arroganten Feuilletons. Mit diesen Worten gehe ich ne Runde Gears of War zocken. Die Kettensäge in dem Spiel macht echt Spaß. Und die Bilder sehen saugut aus.

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Discussion about this post

  1. bhar sagt:

    jupp. muss ich dir rechtgeben – dämlicher artikel. keine ahnung davon und trotzdem drüber schreiben… oO
    besser hat’s da die „zeit“ gemacht. die haben einen counter-strike-zockenden kommissar zu wort kommen lassen. des war mal wesentlich näher an der realität….

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