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Kino: Lord of War

22. Februar 2006

Gestern habe ich mir mal wieder einen Besuch im Kino gegönnt. Bei der Auswahl des Films fiel mir die Werbung für den neuen Streifen mit Nicolas Cage ein: Lord of War. Bei Cage denke ich, mit einigen Ausnahmen, eigentlich immer an Testosteron geschwängerte Actionfilme ohne näheren Sinn. Also fiel die Wahl recht schnell, ich brauchte einfach leichte Kost.

Wie ich mich doch irren sollte. Lord of War beschreibt die Karriere eines Waffenhändlers, Yuri Orlov (Cage), von seinen Anfängen bis zum vorläufigen Höhepunkt. Dabei hangelt sich die Story an Fakten der Zeitgeschichte, vom Kalten Krieg bis Anfang des 21. Jahrhunderts, entlang und beschreibt den Aufstiegs Yuris von einem kleinen Licht zu einem, durch Waffenhandel, reich gewordenen Mann, der selbst die Justiz nicht mehr fürchten muss.

Der Film spielt im Grunde auf zwei Ebenen. Die eine beschreibt die inneren Abgründe und Dämonen, die nötig sind, um einen Menschen so skrupellos das Leben im Ausgleich für Reputation und Geld verachten zu lassen. Eine Szene zeigt dies sehr deutlich: Yuri möchte mit seinem Bruder in Liberia einen letzten Waffendeal durchziehen. Der Deal findet auf einer Anhöhe oberhalb eines Flüchtlingslagers statt. Yuris Bruder wird klar, dass die Waffen für ein Massaker an den Menschen dort gebraucht werden, doch Yuri bleibt bei seiner Einstellung: „Das ist nicht unser Kampf!“. Bei dem Versuch, den Deal zu verhindern, stirbt Yuris Bruder, trotzdem verkauft Orlov die Waffen.

Er hat jede Menschlichkeit verloren und überspielt das den ganzen Film über mit einer zynischen Schicksalsgläubigkeit die sich am besten in dem Satz: „Nicht Waffen töten Menschen, Menschen töten Menschen!“ widerspiegelt.

Die zweite Ebene des Films zeigt, wie zynisch die Welt an sich geworden ist. In der Weltpolitik gibt es zumindest laut dem Film keine Guten mehr, jeder ist Böse. Yuri landet im Gefängnis und wird doch nicht angeklagt, sondern, weil er „mit den miesesten Gestalten der Welt per Du“ ist, wieder freigelassen. Aus einem US-Gefängnis.

Ein atemberaubender, teilweise verstörender Film. Die Bilder sind dem Thema entsprechend sehr drastisch. Auf jeden Fall kein Film für schwache Nerven. Trotzdem ist der Streifen absolut empfehlenswert, für jeden zeitgeschichtlich Interessierten auf jeden Fall ein Muss!

Habt ihr den Film schon gesehen? Was haltet ihr davon?

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2 Discussion to this post

  1. Wulf sagt:

    war relativ unterhaltend

  2. jau ich fand ihn auch geil :) inzwischen schon zweimal gesehen ^^

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