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Klimaschutz: Nutzlose Randdiskussionen

14. März 2007

Ich krieg ja schon wieder Plaque. Da sind sich nun alle endlich mal einig, dass in Sachen Klimaschutz einiges getan werden muss, hat ja lange gedauert, und was passiert? Ob nun bewusst oder unbewusst driftet alles wieder auf Nebenschauplätze ab. Wie zum Beispiel Thema Tempolimit.

Heute Morgen hab ich in den Nachrichten gehört, dass so ein Hansel von der UNO Umweltschutzbehörde meinte, die Deutschen sollten wegen der Umwelt endlich auf das Tempolimit verzichten und die öfftl. Verkehrsmittel ausbauen. Mir blieb bald die Zunge im Hals stecken. Wissen die eigentlich wovon die reden?! Wenn man sich das mal so überlegt, ist die Forderung der totale Schwachsinn. In Deutschland sind gerade mal 50% aller Autobahnstrecken tatsächlich ohne Tempobegrenzung (nach Wikipedia). Meistens kann man diese wegen dem hohen Verkehr, dem Wetter, Fahrbahnbeschaffenheit eh nicht ausfahren. Außerdem ist es auch so, dass man gar nicht soviel an CO2 sparen würde. Der Wikipedia-Artikel sagt 0,3 Prozent auf den Straßenverkehr bezogen. Und ich bring mal ein anderes Beispiel dafür: Der Klaus hatte letztens den Polo GTI zum Testen. Das Ding verbraucht bei ruhiger Fahrweise 10,5 Liter auf 100km. Gibt man Zunder sind es etwas mehr als 12 Liter. Das zeigt doch eindeutig, dass die Effizienz bei ruhiger Fahrweise das Problem ist, und nicht die freie Fahrt auf der Autobahn. Denn die meiste Zeit hängt man eben nicht auf einem freigegebenem Stück Strasse sondern irgendwo im Stop&Go-Verkehr der Stadt. Und um noch auf diesen Vorschlag von wegen Ausbau der öfftl. Verkehrsmittel einzugehen: Der Typ soll mir erstmal ein Land zeigen, dass flächendenkend so ein gutes Netz hat wie Deutschland. Wir meckern ja immer gerne, aber wenn man das allein mal mit unseren europäischen Nachbarn oder gar den USA (wuahaha) vergleicht, nee echt ma jetzt.

Ach sehr geil ist ja immer, wenn in Berichten auf die Spritfresser schlechthin gezeigt wird: Sportwagen und SUVs. Dass die sich aber in keinem Verhältnis zu normalen Autos verkaufen, geht dabei meistens unter. In den Top100 der Zulassungsstatistik für das zweite Quartal 2006 findet sich gerade Mal ein Porsche, der 911 mit knapp 3000 Zulassungen. Der bestverkaufte SUV ist die ML-Klasse von Daimler mit 5200 Zulassungen. Zum Vergleich: Der VW Golf wurde 65.000 Mal zugelassen. Der Oberspritfresser Cayenne taucht gar nicht erst auf! (Quelle)

Um das Mal klar zu stellen: Ich finde auch, dass die Autohersteller lange Zeit geschlafen haben. Ich halte SUVs für die unnützesten Autos überhaupt. Ich habe noch nicht mal einen Führerschein und benutze nur Bus und Bahn! Aber wie sich die Diskussion im Moment fast allein darauf beschränkt (und auf Kernkraftwerke..wtf?!) geht mir echt mal ordentlich auf den Sack und ist der Tragweite des Problems gar nicht angemessen.

Und mit nem Porsche Tempo 300 mitzufahren ist einfach geil!

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2 Discussion to this post

  1. FlorianZ sagt:

    Das kann ich nur bestätigen: Sind die ganzen Diskussionen um Tempolimit, Schadstoffbegrenzung,etc. nicht nur Ablenkungsmanöver? Mit konsequentem Klimaschutz hat das jedenfalls wenig zu tun. Aus unserer Sicht sollte diesbezüglich mal ein ganz anderes Thema auf den Tisch kommen, das eigentlich immer in den Schubladen der großen Konzerne verschwindet. Neuartige, hocheffizeinte Technologien, die kaum noch Verbrauch aufweisen, bei gleicher Leistung. Zum Thema Auto fällt mir da zuerst Ludwig Elsbett ein, der schon Anfang der 80er Jahre einen Pflanzenmotor fertig entwickelt hatte, der bei über 80 PS gerade einmal 2 Liter stinknormales Pflanzenöl verbrauchte. So etwas darf sich natürlich um keinen Preis der Welt auf dem Markt etablieren, also wird so eine Technologie tot gemacht! Und so gibt es in jedem Bereich, also auch bei der Strom- und Wärmeerzeugung viele Beispiele. Wären diese Erfindungen konsequent gefördert worden, wäre das Thema Klimaschutz wohl nicht derart akut – wage ich mal zu behaupten.
    Wir würden uns freuen, wenn Sie zu diesem Thema einmal auf unserer Homepage http://www.Klima-Allianz.com vorbeischauen würden, denn wir fördern o.g. Technologien.

  2. Rothemund sagt:

    In Regierungskreisen werden offenbar (endlich!) relativ weit reichende, zum Teil wirklich radikale Maßnahmen diskutiert, allerdings noch auf informellem Niveau, aber immerhin:
    – Der Preis für Trinkwasser wird (bei einem täglichen Mindestbedarfskontingent je Person zum Selbstkostenpreis) auf zwei Euro je Liter angehoben.
    – hohe City-Maut
    – Limitierung von Mobilität (Kilometerkonten, Kilometerhandel, Besteuerung des selben)
    – Einführung von „Ohne“-Tagen, z.B. 1 Tag im Monat kein Strom, 1 Tag im Monat kein Wasser, etc.

    Siehe
    http://potsdamprotokoll.blogspot.com/

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