Nicht mein Publikum. Nimmermehr.

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Mein Nacken bringt mich um

27. Oktober 2007

oder: Dimmu Borgir gestern Abend.

Die Schlange vor dem Haus Auensee machte klar, dass die Farbe schwarz dominieren sollte. Nur bei mir nicht, ich musste mal wieder gegen den Strom schwimmen und weißes Shirt und weiße Schuhe tragen. Durch den Eingang gekommen ging es erstmal zur Bar, ein Bierchen zum Aufwärmen. Mit etwa 20 Minuten Verspätung kam dann die Vorband auf die Bühne, Engel aus Schweden. Sie ersetzten (leider) Hatesphere. Ich fand Engel jetzt nicht so prall. Der Sound war matschig und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die Band nicht weiß, ob sie lieber Katatonia, In Flames oder eine der zahlreichen New Thrash Bands aus den USA kopieren soll. Aber mit dem Pilsken in der Hand ließ es sich gut aushalten. Passend zum Auftritt der Abgang. „We are playing our last song now“…“Oh we have a problem here, we already played our last song.“ Das war es dann für diesen Teil des Abends.

Nach relativ kurzer Umbaupause und einem weiteren Besuch an der Bar standen dann Amon Amarth auf der Bühne. Wie auch schon beim With Full Force war der Auftritt erste Sahne. Der Sound war klar, die Songauswahl perfekt und der Frontmann wiedermal bei guter Laune, nur das Feuer hat diesmal gefehlt. Amon Amarth haben einfach einen Sau geilen Groove, und eine Stellen sind so atmosphärisch dicht, dass man fast vergessen könnte, dass dort eine Death Metal Band auf der Bühne steht. Dem Publikum hat es auch sehr gut gefallen, es wurde ständig mitgegröhlt, mitgebangt, mitgeklatscht. Leider war die Sause nach knappen 45 Minuten schon wieder vorbei.

Was vielleicht auch gar nicht so schlecht war. Die nun folgende längere Umbaupause nutzte ich, um meine Blase zu entleeren. Bier treibt schließlich. Leider zeigte sich hier der einzige Schwachpunkt der Location. Die Toilettensituation ist unter aller Sau. Das Haus  Auensee faßt bestimmt um die 1500 Menschen. Für den männlichen Anteil stehen aber gerade mal 3 Pissoirs und 3 Toiletten zur Verfügung. Bei den Frauen sah es bestimmt nicht besser aus. Das geht so gar nicht, vor allem nicht bei dem Bierkonsum eines durchschnittlichen Langhaarträgers.

Aber pünktlich zum Beginn des Auftritts von Dimmu Borgir habe ich es dann doch noch geschafft, Bier weg und Bier ran zu bringen und mich in die Menge, ca. 10. Reihe Mitte, zu schieben. Und die Show war geil. Ich hatte vorher Bedenken, dass der Sound wieder so mies sein könnte, wie bei meinem ersten Dimmu Konzert vor ein paar Jahre in der Kölner Live Music Hall. Dort war die Anlage krass übersteuert, der Double Bass erwürgte alle anderen Instrumente und es hat einfach nur in den Ohren geschmerzt. Diesmal war das ganze etwas leiser, der Sound jedoch glasklar. Der Bühnenaufbau war passend. Der Bogen an der Rückwand der Halle (ist das Stuck da?), der die Bühne überspannte, passte perfekt zur Band und ihrer Musik. Apropos Musik. Die Songauswahl war super. Sie umfasste fast die gesamte musikalische Laufbahn, von Stormblast bis In Sorte Diaboli. Die Setlist war dabei identisch mit dem Auftritt in München:

Intro
Progenies Of The Great Apocalypse
Vredesbyrd
The Serpentine Offering
The Chosen Legacy
The Sinister Awakening
Grotesquery Conceiled (Within Measureless Magic)
A Succubus In Rapture
Fear And Wonder
Blessings Upon The Throne Of Tyranny
Spellbound (By The Devil)
Sorgens Kammer
The Insight And The Catharsis
——
The Sacrilegious Scorn
Puritania
Mourning Palace
The Fallen Arise (Outro)

Während der Rest des Publikums zum Teil erstaunlich distanziert war, sprang ich im Dreieck. Ich liebe diese Band einfach, dabei höre ich eigentlich kaum Black Metal. Doch Dimmu Borgir haben es geschafft, die engen Fesseln zu sprengen und ihre Musik kontinuiierlich durch andere Einflüsse anzureichern. Als dann auch noch zu guter Letzt Mourning Palace kam, war es um meinen Nacken geschehen.

Jetzt sitze ich hier im Büro und versuche, meinen Kopf irgendwie gerade zu halten. Egal, Spaß hat es gemacht.

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3 Discussion to this post

  1. Nasenbohrer sagt:

    ich war am 25.10 in münchen auf dem dimmu borgir… was ich an diesen abend so richtig geil fand war die bühnenmanschaft von DB. Da war so ne Frau die sich mitten auf der bühne gebückt hat um ein kabel zu verlegen. was sie anscheinend nicht wusste war dass sie der ganzen Georg Elser Halle ihren dicken arsch präsentiert hat…XD nachdem ich meine kamera zuckte um ein foto zu machen sah ich rund ein dutzend hochgehaltener kameras die ebenfalls ein lustiges andenken mitnehmen wollten.

  2. hagVtr sagt:

    Ja das Auensee ist nich so angesagt, als Metalbühne und war trotzdem zu voll…
    Das leidige Kloproblem kann man(n) doch leicht umgehen, da die Türen offen waren und vor dem Haus ein schöner Park konnte man Blase und Lunge durchlüften…und die Körpertemperatur runterschrauben!!

  3. Marcel sagt:

    ach ich fand das auensee sonst ziemlich cool. ich freu mich schon wenn korn da spielen. der teppichboden lässt es danna uch mal zu, sich auf die fresse zu legen, ohne gröbere wehwehchen davon zu tragen :)

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