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Mit dem Mountainbike auf Gran Canaria ist es schön

19. Mai 2009

So lässt sich mein Urlaub letzte Woche eigentlich ganz gut zusammenfassen. Dienstag bis Freitag war ich mit Rad und Guide von free-motion auf Tour. Und es sei ganz deutlich gesagt: wenn ihr auf der Insel seid und Lust habt, etwas aktiveres zu unternehmen statt nur am Pool zu hängen, dann schaut bei dem Laden vorbei. Es muss ja nicht gerade Mountainbiken sein. Quad fahren, Wandern, Radwandern oder Rennrad fahren tun es auch. Nur macht es, denn die Leute sind sehr nett und man erfährt viel über Land und Leute und am Ende auch bisschen was über sich selbst.

Aber zurück zum Urlaub. Zwar drehte sich nicht alles nur ums Biken, aber alles andere war auch weniger aufregend. Das Hotel war nett und das Essen gut. Aber eben eine Bettenburg, was mir persönlich normalerweise nicht so zusagt. Ich war zwar ein paar Mal am Pool, aber zum Strand wollte ich dann doch nicht. Zu viele Leute für meinen Geschmack. Das ist einfach nicht meins. Trotzdem, es war ein guter Ausgangspunkt für die Touren.

Auf der Südhälfte von Gran Canaria fühlt man sich wie in Afrika. Das Land ist karg, mal steppenartig, mal eher wie eine Wüste. Immer trocken, immer staubig. Und viele Berge. Der höchste Punkt der Insel liegt auf knapp unter 2000m. Die Touren führten meist bergab mit einigen Gegenanstiegen vom inneren der Insel wieder an die Küste nach Playa del Ingles. Auch wenn das Land karg ist, visuell hat es sehr starke Reize. Tiefe Täler werden von braunen Bergen eingerahmt, die sich unregelmässig wie Wände erheben. Blickt man an ihnen herauf hat man oft keinen Fixpunkt, da sie aussehen, als ob sie eine glatte Oberfläche hätten. Der Blick von oben hinunter zur Küste ist einfach atemberaubend.

Der Blick neben die Strecken runter ins Nichts auch. Die ersten drei Touren hatten zwar ihre technischen Tücken, waren aber auch für weniger geübte Fahrer zu meistern. Der Untergrund bestand meist aus feinem Geröll und Sand auf darunter liegenden Felsen. Nur die Abfahrten waren manchmal etwas tricky, weil die Strecken durch den Regen im Winter ausgewaschen wurden und der Fels blank lag, nur bedeckt durch eine dünne Staubschicht. Immer wieder lugten Felsspitzen hinaus, was die Abfahrten zu einer ruckligen, aber spaßigen Angelegenheit machte. Mir zumindest, denn ich fühlte mich so sicher, dass ich alle Hemmungen fallen liess und wie irre hinunter schoss, das Vorderrad für mehr Grip runtergedrückt und jeden Hubel für einen Sprung genutzt. Mein Mut hat mich da schon selber überrascht.

Am Freitag jedoch ging es an das Eingemachte. Startpunkt war die Spitze des Pico des las Nieves, dem höchsten Berg der Insel. Von da aus sollte es 2500 Höhenmeter hinab zur Homebase gehen. Was für ein Ritt. Steile Singletrails, unterbrochen von Stufen von bis zu 1 Meter Höhe. Extrem von Felsen verblockte Trails, steil und voller Stufen. Abfahrten also jenseits von Gut und Böse. Technisch anspruchsvoll und wahrlich nichts für Zauderer. Ich gebe zu, letztes Jahr wäre ich solchen Stellen schiebend aus dem Weg gegangen. Aber komischerweise bin ich hier mal über meinen Schatten gesprungen. Klar 1-2 Mal musste ich auch hier vom Rad, aber nicht weil ich wollte, sondern wegen technischer Fehler musste. Um es kurz zu machen: ich habe viel gelernt.

Damit ihr euch einen Eindruck verschaffen könnt (Bilder habe ich noch nicht bearbeitet, Freitag hatte ich aus Sicherheitsgründen die Cam nicht dabei), hier ein Video, dass ich schon mal getwittert hatte. Es zeigt einen Teil der Strecke vom Freitag, allerdings noch in einem „humaneren“ Zustand, da im Herbst 2008 aufgenommen, also vor den Regenfällen, die sie dann weiterausgewaschen haben. Auch der Guide war über die Schwierigkeit überrascht.

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