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Personalisierte Werbung

6. September 2011

Es gibt da ein Märchen und dieses Märchen geht so:

Facebook, Google und Konsorten geben uns ihre Dienste umsonst. Dafür geben wir ihnen Informationen über uns. Je nach Plattform sind sie allgemein oder speziell. Diese Plattformen refinanzieren ihre Dienste mit diesen Daten durch Werbung, indem sie aufgrund der Demografie ihrer Nutzerbasis oder aber auf Grund unserer persönlichen Daten zugeschnittene Werbung in den Diensten einblenden. Das soll dann zu einer Win-Win Situation führen. Werbetreibende bringen ihre Werbung zur richtigen Zielgruppe, Nutzer sehen Werbung, die sie auch wirklich interessiert.

Tolles Märchen, nicht wahr? Aber in den vielen Jahren, die ich nun im Netz unterwegs bin hat sich das für mich eben auch nur als Märchen herausgestellt. Mal ein paar Beispiele.

Wenn ich mich auf Facebook bewege, sehe ich zu einem deutlich überwiegenden Teil nur Werbung für Singlebörsen. Wohl weil in meinem Profil steht, dass ich Single sei. Nun habe ich diese Art der Werbung schon mehrfach als „Uninteressant“ markiert. Facebook lernt nicht, ich bekomme sie immer noch eingeblendet.

Gehe ich auf die Startseite von Amazon, die eigentlich genau wissen müssten, was ich bisher bei ihnen konsumiert habe, grinst mich im Moment der Kindle an. Vor ein paar Monaten bereits von mir gekauft. Daneben Alben und Bücher, die ich auch bereits besitze, natürlich bei Amazon gekauft. Richtig irre wird es, wenn ich dort etwas kaufe, und ein paar Wochen später eine Mail von Amazon erhalte, die mir genau dieses Produkt empfiehlt.

Ebay nutze ich zwar nicht besonders oft. Aber da ich dort gerade wieder unterwegs bin, fiel mir auf, dass es dort auch nicht so ganz funktioniert. Im Moment empfiehlt es mir ganz dringend diverse MacBook Pros. Wahrscheinlich, weil ich vor 3 Tagen mein defektes MBP verkauft habe?

Die einzigen, die es halbwegs hinkriegen, sind Google. Aber auch nur, weil deren Werbung sich direkt auf den eingegebenen Suchbegriff bezieht. Mal sehen, wie es dann in Google+ aussehen wird.

Für mich hat personalisierte Werbung noch nie wirklich funktioniert. Meist ist sie nur nervig. Zum Beispiel, wenn ich mich bei Amazon über ein Produkt informiere. Dann zeigen mir Amazons Werbeapplets auf anderen Seiten nur noch dieses oder sehr ähnliche Produkte. Für Wochen! Obwohl ich wahrscheinlich schon gar kein Interesse mehr daran habe.

Und trotzdem wird dieses Märchen fleissig weitererzählt. Auch von Werbetreibenden. Ich bin ein paar Mal im letzten Jahr auf Leute getroffen, die im Marketingbereich arbeiten, einer davon sogar bei einem sehr großen deutschen Unternehmen. Und alle glauben ganz fest daran. Selbst wenn ich ihnen erzähle, wie sich die Prophezeiung für mich als Endnutzer entpuppt, stutzen sie nicht.

Aber generell gefragt, wie soll es auch funktionieren? Nur weil ich mich jetzt für etwas interessiere, heisst das nicht, dass dem in einer Woche immer nnoch so ist. Tatsächlich ist meist das Gegenteil der Fall. Gleich bleiben nur generelle Vorlieben, aber die sind dann eben so generell wie das hier:

Ich mag Bier. Sehr gerne sogar. Facebook blendet mir also gerade Werbung zur einer Guinness-Aktion ein. Doof nur, dass ich Guinness hasse.

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2 Discussion to this post

  1. Marcel sagt:

    offensichtlich wird damit viel geld gemacht. hat was von homöopathie

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