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Popetown – Gegenstimmen

15. April 2006

Ein Blick auf Technorati deutet an, dass die Bestrebungen, Popetown verbieten zu lassen, auf wenig Gegenliebe stoßen.

Doch einige Wenige sind dann doch anderer Meinung und stimmen in den Tenor der Kirchenoberen ein. Darunter auch Tom Nolte in seinem Blog. Nach dem Werben für eine Protestaktion gegen die Ausstrahlung von Popetown kommt er, wie auch die Initiatoren des Protests, zu folgendem Schluss:

Nach der Auseinandersetzung um die Mohammed-Karikaturen sollte man meinen, dass religiöse Anmache und Verbrämung nun in den Medien „durch“ ist und die Verantwortlichen – auch in sehr verweltlichten Funkhäusern – von weiteren religiösen Provokationen – egal in welche Richtung – einstweilen absehen.

Dieses Fazit halte ich persönlich für vollkommen verquer. Die Lehre aus dem Karikaturen-Streit sollte vor allem sein, dass wir im Bezug auf Grundrechte, zu denen auch die Meinungsfreiheit zählt, und unserem Umgang mit ihnen mit gutem Beispiel voran gehen. Und Verbotsforderungen sind da bestimmt kein gutes Beispiel. Zumal es ziemlich lächerlich anmutet, etwas verbieten zu wollen, was man noch gar nicht kennt. Was natürlich erlaubt ist, ist ein Diskurs darüber, wie weit man gehen darf. Ich halte es da aber mit Tucholsky: Satire darf alles!

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2 Discussion to this post

  1. Thomas Nolte sagt:

    „einige Wenige sind dann doch anderer Meinung und stimmen in den Tenor der Kirchenoberen ein.“

    1. bin ich nicht „einige Wenige“, sondern Teil einer breit gefächerten Protestbewegung;
    2. kann ich mir auch unabhängig von Kirchenoberen eine eigene Meinung bilden.
    3. Auch wenn Tucholsky meint „Satire darf alles!“, gelten die Bestimmungen des Grundgesetzes, das eben keine grenzenlose Meinungsfreiheit zuläßt.
    Zur Erinnerung: Art. 5 (2) GG: „Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.“
    Und wie steht’s mit Art. 2 GG (1): „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“

    Den Papst, Kardinäle oder Bischöfe auf aller primitivste Weise anzugreifen, verstößt wohl nach der Meinung einiger Freigeister nicht gegen das Sittengesetz.

    Ja, und dann ist da auch noch Art. 1 GG, der die Unantastbarkeit der Menschenwürde zum Gegenstand hat!

    Interessant, dass nicht nur katholische / christliche Kreise „Popetown“ anstößig finden, sondern auch die jüdischen und islamischen Dachverbände.

    Soviel zum „verqueren Fazit“ …

    MfG, TN

  2. Marcel sagt:

    1. Meine Aussage steht im Bezug zum Blick auf technorati
    2. sicher, spreche ich dir auch nicht ab
    3. schade, dass du auf meine begründung, warum ich den fazit für verquer halte, nicht eingegangen bist. stattdessen versuchst du, wie auch andere, mit dem gesetzbuch in der hand etwas anzugreifen, was noch niemand von uns überhaupt zu gesicht bekommen.

    Aber um mal darauf einzugehen. Ich sehe die persönliche Ehre von niemandem verletzt, da die Beschreibung der Serie nicht darauf schließen lässt, dass tatsächlich existierende Personen angegriffen werden, oder ihnen unredliches Handeln vorgeworfen wird.

    Die Serie wird wohl kaum gegen die verfassungsmäßige Ordnung verstoßen. Ich bin kein Jurist und kenne das sog. „Sittengesetz“ nur vom Hörensagen, aber wenn es tatsächlich noch Anwendung finden sollte, wären Serien wie Southpark oder Filme wie Dogma schon längst von der Bildfläche verschwunden. Es gibt also genügend „Präzedenzfälle“, die dagegen sprechen.

    Der Papst, Kardinäle und Bischöfe sind, mit Verlaub, nichts anderes als Personen des öffentlichen Lebens und Teil eines institutionalisierten Glaubens. Und da sie nunmal Teil des öffentlichen Lebens sind, sind sie auch als solche zu behandeln, mit der gleichen Aufmerksamkeit, die auch jedem anderen Menschen zuteil wird, das schliesst die Satire mit ein. Nur weil sie besondere Ämter bekleiden, stellt es ihnen noch lange keinen Schutzbrief aus.

    Wie primitiv die Institution Kirche tatsächlich angegriffen wird, kann bisher niemand beurteilen, oder wieviele Sekunden der Serie hast du bisher gesehen?

    Ja der Art. 1 GG. Welche Person wird denn konkret mit Namen beleidigt?

    Es ist tatsächlich interessant, dass sich religiöse Vereinigungen über die Konfessionen hinweg über Popetown beschweren. Wenigstens in einem sind sie sich dann mal einig.

    Gruß,

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