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Popetown – Wie sich Heuchler selber entlarven

14. April 2006

Im Moment macht ja eine neue Satire-Serie bei MTV ordentlich Wirbel. Popetown soll einen satirischen Einblick in die Welt des Vatikans geben, „durchgeknallte Päpste“ und „kriminelle Kardinäle“ mitinbegriffen. Lacher auf Kosten der Katholiken in bester Southpark-Manier also.
Es war natürlich klar, dass unsere christlichen Vorreiter dies nicht kommentarlos über sich ergehen lassen können. Zunächst wurde die Werbung für die Serie verboten, nun schickt man sich mit allerlei Getöse an, die Sendung verbieten zu lassen. Selbst der Mann, der selber sonst nicht so recht weiß, wo er denn hingehört (richtig: Ede „äähh ja äähh“ Stoiber), stellt sich symbolisch an die Seite seiner Glaubensbrüder. Kaum drei Monate, nachdem das so aufgeklärte Deutschland, inklusive der konservativen Glaubensklientel, kollektiv den Kopf über die randalierenden Menschen der muslimischen Welt geschüttelt hat, wiederholt sich die Geschichte ein weiteres Mal. Nur das diesmal nicht die sowieso dummen, unaufgeklärten und sowieso rückständigen Frauenunterdrücker ähh Moslems (so die generelle Darstellung in unserer Bild- ähh Medienlandschaft) Sturm laufen, nein, die doch so fortschrittlichen Christen können es diesmal nicht verwunden, dass man sich satirisch mit ihrer Religion auseinandersetzt. Unsere Bischöfe und Kardinäle haben mit den „Hasspredigern“ des Islams wohl doch mehr gemeinsam, als uns allen lieb sein kann. Bleibt nur zu hoffen, dass MTV nicht einknickt. Denn Presse-, Meinungs- und Kunstfreiheit sind kein Geschenk, sondern ein Gut, für das man immer wieder kämpfen muss.

Das Beste an der Geschichte kommt zum Schluss: wahrscheinlich hat noch niemand die Serie tatsächlich gesehen.

Zum Thema bei Technorati

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