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Sturm im Wasserglas

4. Januar 2007

Es ist mal wieder soweit. Das böse Wort ist gefallen: Antisemitismus. Und alle halten die Luft an. Wenn dieses Wort durch die Medienwelt zieht, kann man sich sicher sein, dass gerade wieder eine Sau durch die traditionelle Medienlandschaft getrieben wird. Kaum eine andere Bezeichnung kann eine Diskussion in Deutschland sofort zur Explosion bringen. So wie jetzt.

Vor zwei Wochen brachte der Spiegel einen 12seitigen Leitartikel zum Thema „Ursprung der Religion“. Darin ging es wohl um die Verbindung der frühen Juden Israeliten zum Ägyptischen Pharao. Dieser Artikel soll in seinen Grundzügen antisemitische Tendenzen haben. Eine kurze Zusammenfassung gibt es bei der Kulturzeit.

Ich bin nicht Experte genug, um die Anschuldigungen irgendwie beurteilen zu können. Aber mal ehrlich, so wie ich unseren Medienbetrieb sowie die allgemeine Salonfähigkeit des Totschlagarguments/vorwurfs „Antisemitismus“ einschätze und sehe, wie spät dieser Trubel kommt, kann ich wohl getrost davon ausgehen, dass es nur ein Sturm im Wasserglas sein kann. Wenn tatsächlich irgendwo antisemitische Vorfälle bekannt werden, geht es normalerweise ratz-fatz, und die Sau wird angeprangert. Ausgerechnet beim Spiegel soll das nun ganze zwei Wochen auf sich warten lassen und pünktlich zum 60-jährigen des Blatts hervorkommen? Sicher….

(via Thomas Knüwer)

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2 Discussion to this post

  1. Achso, diesen „Antisemitismus“ gibt’s also gar nicht…und wer das „böse Wort“ (?) benutzt, wirbelt nur Staub auf…aha…
    Schonmal darüber nachgedacht, dass eine gewisse Empfindlichkeit bei dem Thema (die ich übrigens in der deutschen Medienlandschaft nicht so sehe) damit zusammenhängen könnte, dass Antisemitismus vor nicht allzulanger Zeit ein – um Dein Vokabular zu benutzen – Totschlagargument im wahrsten und schrecklichsten Sinn des Wortes war? Und heute keineswegs verschwunden ist. Aber klar, der Antisemitismusvorwurf ist für Dich natürlich ein weitaus größeres Problem als der Antisemitismus ansich…

  2. Marcel sagt:

    für mich ist die inflationäre benutzung des wortes antisemitismus ein problem. denn je öfter man das wort ohne wirkliche berechtigung nutzt, um so mehr verliert der begriff an wert und bedeutung. das ist alles was ich sagen wollte.

    // Edit: um das klar zu stellen: Antisemitismus ist ein riesenproblem. aber das habe ich eigentlich vorausgesetzt :) deshalb halte ich den vorwurf an sich schon für sehr hart.

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