Opeth In Live Concert At The Royal Albert Hall

Es ist Abend, ein Blick durch das Fenster geht in das schwarze Nichts. Der Raum dunkel. Ein großer Fernseher; 5.1 Anlage. Und diese Live-DVD. Ich bin wie weggeblaßen. Es hat mich überrollt. Blackwater Park live am Stück. Ich bin berührt, die Nackenhaare stehen aufrecht. Gänsehaut am ganzen Körper. Wahnsinn!

Herbstkonzerte: Junip im Centraltheater Leipzig

Die Tage werden kürzer, die Farbe der Bäume wechselt von Grün zu Bunt, es wird kälter… ach, scheiß auf die Allgemeinplätze! Es ist Herbst. Und damit ist es wieder Zeit für kuschelige Konzerte. In den nächsten Wochen und Monaten stehen einige bei mir an und los geht es mit Junip im Centraltheater Leipzig am nächsten Samstag.

Wer mit dem Namen nichts anfangen kann, den kann ich verstehen, denn bis mir vor ein paar Wochen ein Vögelchen bei einer größeren Grillegelegenheit von dieser Band zwitscherte, hatte ich auch noch nichts von ihr gehört. Wie auch? Denn die Band hat erst vor etwas mehr als einer Woche ihr erstes Album seit Bandbestehen veröffentlicht. Der Name des Sängers und Gitarristen Jose Gonzales machte mich aber hellhörig und so kaufte ich mir die Scheibe. Zum Glück! Einen Tag später wurde direkt ein Ticket für das Konzert geordert.

Die Musik pendelt irgendwo zwischen psychedelischem Akustikpop und Pink Floyd zu Zeiten von “Wish You Were Here” und passt somit perfekt als Soundtrack zu meinen diversen Emo-Die-Welt-Ist-Scheisse-Mehr-Alkohol Phasen. Sprich sie ist sehr schön. Nach dem Sprung das Video zum Song “Always”, das Album “Fields” gibt es zusammen mit den zwei vorangegangenen EPs für €10.99 bei iTunes.

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Anathema in der Batschkapp, Frankfurt

“Endlich!” dachte ich, als wir mit dem Auto vor der Batschkapp in Frankfurt ankamen, um wenige Augenblicke später Anathema zu geniessen. Auf meiner Liste von Bands, die ich unbedingt mal live gesehen haben muss, standen sie über Jahre ganz oben. Bis zum letzten Donnerstag hatte ich nicht viel Glück. Drei Mal hatte ich vorher schon ein Ticket und immer kam etwas dazwischen. Bei meinem ersten Versuch, Anathema zu sehen, das liegt schon um die 10 Jahre zurück, brachte mich sogar ein Autounfall unserer Gruppe auf dem Hinweg von dem Erlebnis ab.

Ausgerechnet an meinem Geburtstag also sollte es soweit sein. Vielleicht war es aber auch ganz gut, dass ich sie erst jetzt gesehen habe. Denn ihre Musik ist über die Jahre zum Soundtrack meines Lebens geworden. Anathema machen traurige, melancholische Musik, in der der Verlust ein Hauptthema ist. Nun habe ich bisher kein trauriges Leben gehabt, und von großen Verlusten wurde ich auch verschont, aber über die Jahren hinweg haben mich Anathemas Songs in allen bisherigen Phasen begleitet und mir auch über die schwierigeren hinweg geholfen. Und so konnte ich das Konzert durch meine Erinnerungen, die mit der Musik verknüpft sind, vielleicht erst richtig geniessen.

Es sollte also nicht verwundern, dass ich nach über zwei Stunden absolut begeistert wieder aus der Batschkapp gegangen bin. Doch nicht nur mir ging es so. Anathema lieferten ein tolles Konzert, hatten einen sehr guten Sound, waren locker und unprätentiös, nichts zu sehen von dem schwermütigen Pathos, den man eigentlich vermuten würde. Sie wurden zurecht von Anfang an vom Publikum gefeiert, bekamen schon in der Mitte der Songs frenetischen Szenenapplaus. Gespielt wurden Lieder von allen Alben seit “Alternative 4″, ich hätte mir auch ältere Songs gewünscht, aber nach so einem Konzert wäre es vermessen, dies der Band anzukreiden. Wichtiger war, dass die Band die Dynamik ihrer Alben und der einzelnen Songs perfekt auf die Bühne transportiert hat. So überzeugend, dass ich bei “Inner Silence” einen Kloß im Hals hatte.

Traurig allerdings, dass die Batschkapp nicht komplett ausverkauft war. Es war doch noch Platz im Saal. Und das spiegelt leider auch das Schicksal der Band wider, die zumindest für mich die beste unbekannte Band der Welt ist, besser als 98% der Sachen, die jede Woche auf’s Neue auf der Insel in den Himmel gehyped werden. Ich kann jedem nur empfehlen, einmal in eines der Alben reinzuhören. Man sollte vielleicht mit “Judgement” oder dem neuen Albun “We’re here because we’re here” anfangen. Es lohnt. Selbst Darius und Monique, die mich unter Androhung schwerste Konsequenzen (wie z.B. nackt durch ihre Wohnung flitzen) begleitet haben, verließen die Batschkapp mit einem Lächeln auf den Lippen.

Heimaturlaub

Für die nächsten paar Tage geht es nach Haus zu meinen Eltern. Eiersuchen fällt aber aus, da ich Samstag schon zurückkomme. Sonntag geht es auf das Katatonia-Konzert, dass hier jedem noch mal ans Herz legen möchte. Bis dahin ein Ohrwurm, den ich schon eine Weile nicht mehr los werde.