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Terrorgefahr durch Killerspiele

29. Oktober 2006

Das Videospieler die größten, tickenden Zeitbomben unserer Gesellschaft sind machen uns Medien ja schon seit einiger Zeit mehr oder weniger glaubhaft weiß. Nach dem sehr fundierten Aspekte Bericht vor einigen Tagen (haha!) hat die Pseudodiskussion heute einen, für mich neuen, Höhepunkt erreicht.

Ich schalte also vorhin die Glotze ein und sehe die aktuelle Ausgabe vom Bericht aus Berlin (Edit 2: hier der Ausschnitt als Stream). Topthema sind die Bilder unserer Soldaten mit Totenschädeln in Afghanistan. In dem Bericht geht es vor allem um die Hintergründe, also wieso Soldaten so etwas machen. Einer der Gründe: Die „Qualität“ der Rekruten nehme immer mehr ab. Warum nimmt die Qualität immer mehr ab? Festhalten: Die Jugend verrohe immer stärker durch „Killerspiele“ und andere „gefährliche“ Medieninhalte. Im Zusammenhang mit den heutigen Meldungen, dass durch die Fotos die Terrorgefahr in und gegen Deutschland ansteige, kann man zu einem (eher weniger) wunderbaren Schluss kommen: Videospieler werden zumindest Teilschuld an einem etwaigen Terroranschlag in Deutschland haben. Ich wette den Titel dieses Eintrags wird man bald in fetten Lettern auf der ersten Seite einer großen deutschen, täglich erscheinenden Dreckschrift sehen können.

Auch merkwürdig ist, dass eigentlich nur noch Formate und Sendungen der öffentlich-rechtlichen Anstalten die Flamme der Killerspiel-Diskussion am Brennen halten. Ich kann mich in den letzten Monaten an keinen einzigen privaten Sender erinnern, der regelmässig dermaßen undifferenzierte Beiträge zu dem Thema gesendet hat, wie es ARD und ZDF mit schöner Regelmäßigkeit tun. Noch trauriger ist, dass die Rentnersender anscheinend auch noch Erfolg damit haben. Kürzlich hat das Magazin Frontal21, wo eigentlich nur der Name der Vorgängersendung anstatt die eigentliche Arbeit für seriösen Journalismus steht, den Hans-Joachim Friedrichs Preis 2006 für besonders wertvolle journalistische Arbeit erhalten. Blanker Hohn. Das auch ein sonst eher zurückhaltendes Kulturformat wie Aspekte in die Killerspiel-Kerbe einschlägt hat vielleicht System.

Ich hätte da eine Theorie: Ich glaube die Öffentlich-Rechtlichen wollen sich an einer Zielgruppe rächen, die dem Opa-TV schon länger den Rücken gekehrt hat. Der typische Videospieler ist wahrscheinlich irgendwas zwischen 14 und 28, also ein großer Teil der wichtigsten werberelevanten Gruppe. Frei nach dem Motto: Wenn wir euch nicht haben können, bekämpfen wir euch halt.

Ist wahrscheinlich Schwachsinn, genauso wie der Titel hier, aber ich hätte auch nie Gedacht, dass Videospiele als Begründung für so eine Schwachsinnsaktion wie die Schädelbilder herhalten müssen.

P.S.: Gehöre ich eigentlich zur Unterschicht, weil ich gerne Ego-Shooter spiele?

Edit: Aspekte-Bericht auf YouTube

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