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Was ein alter Mann über die Zukunft der Musikindustrie sagt

27. August 2009

Wer sich für Metal interessiert, dem ist der Name Udo Dirkschneider durchaus ein Begriff. Nun ist die Musik von Accept und U.D.O. nicht so ganz mein Fall, aber wenn mal ein Interview mit dem Mann erscheint, dann les ich es gerne, denn es ist schon interessant, was jemand, der immerhin bereits seit 30 Jahren recht erfolgreich Musik macht, zu sagen hat. In einem Interview auf laut.de äussert er sich auch durchaus aufschlussreich zur Zukunft der Musikindustrie:

Seid ihr auf Plattenverkäufe angewiesen oder macht ihr ein neues Album eher, um damit auf Tour zu gehen? In den heutigen Zeiten ist es so, dass man eher ein Album macht, um eine Tour zu promoten. Früher war es so, dass man eine Tour gemacht hat, um ein Album zu promoten. Heutzutage mit einem neuen Album Geld verdienen? Da kannst du nicht von leben, vor allem nicht als junge Band. Die Verkäufe sind dramatisch im Keller. Bei uns ist das eine andere Nummer, denn das erste Accept-Album verkauft sich immer noch. Wenn man die reinen Studioalben nimmt, kommen wir auf 22, plus den ganzen Zirkus mit Best Of, Liveaufnahmen und hast du nicht gesehen. Da können wir wirklich nicht meckern. Heutzutage besteht das Business aber eher aus Auftritten und Merchandising.

Na ja, da könnt ihr ja ganz entspannt ins Studio gehen und machen, was ihr wollt …

Jaaa, nicht so ganz.

Das Label will ja auch noch etwas verdienen.

Sagen wir mal so: In Zukunft, vielleicht schon zwei, drei Jahren, wirst du kein Label mehr brauchen. Vielleicht noch die Distribution für einige Länder, aber es läuft alles auf Downloads hinaus. Alben wird es in der Form nicht mehr geben, da sind dann einfach neue Songs da. Da gibt es keine zeitliche Bindung mehr, weil du dann einfach neue Songs ins Internet stellst. Für junge Bands ist das ein gutes Forum, denn sie können damit Geld verdienen, weil es ja keine Plattenfirmen mehr gibt.

Na ja, ein Album ist immer noch ein Album. Ich habe keine Lust, ständig rumzusurfen, zu schauen, wo es neue Songs gibt und sie herunterladen. Das Konzept „Album“ an sich ist ja nicht schlecht.

Ja, das kann sein, aber so ist halt die Zukunft. Du hörst ja deine Musik auch mit dem iPod. Wenn ich die ganzen Leute über die illegalen Downlods jammern höre – was haben wir früher gemacht? Kam eine neue Platte raus, hat sie einer gekauft und auf 20 Kassetten kopiert. Im Prinzip war das nichts Anderes. Man muss halt lernen, mit dem Medium umzugehen und es zu nutzen. Du hast ja die Möglichkeit, innerhalb von Sekunden Neuigkeiten zu verbreiten. Das wird, wie gesagt, die Zukunft. Davon bin ich ziemlich überzeugt.

Das sollten sich mal vor allem die durchlesen, die fürchten, dass durch das Internet auch die Musik untergehen würde.

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