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13. Dezember 2006

wenn wir selber es schon nicht tun?

Ich wollte eigentlich ins Bett gehen. Aber bei meiner abendlichen Runde durch meine Lieblingsblogs ist mir die Linksammlung bei Jens aufgefallen, die sich mit dem Gesetzentwurf Schünemanns zum Thema „Killerspiele“ befassen.

Der allgemeine Tenor lässt sich so zusammenfassen: Der Mann hat keinerlei Ahnung wovon er spricht, ihm geht es wahrscheinlich nicht im die Videospiele sondern eher um die eigene Karriere. Ein bisschen Lobbyismus (der Mann ist aktives Mitglied in einem Schützenverein) kommt wohl auch dazu. Das ist unbestritten. Das Problem ist aber, dass man nicht wirklich erkennen kann, dass sich in den für den Otto Normal, Bild lesenden Deutschen, in den Medien eine Gegenbewegung bilden würde. Diese Leute haben keinerlei Ahnung von Videospielen, noch weniger als der Schünemann, und haben auch keine Ahnung, dass die von ihm beschriebenen Extreme sowieso verboten sind. Sie wissen nicht, dass die USK funktioniert, Deutschland ein weltweit beispielhaftes Jugendschutzsystem hat. Und sie erfahren auch nicht, dass kein (vernunftbegabter) Videospieler wie auch die Industrie will, dass Kinder gewalthaltige Spiele in die Finger bekommen. Sie wissen also nicht, dass sie von Schünemann/ Beckstein nach Strich und Faden belogen werden.

Doch wessen Fehler ist das? Die der Online-Community bestimmt nicht. Aber Hans Wurst nebenan liesst weder Blogs noch die einschlägigen Gaming-Seiten. Aber wo bleiben die Stimmen der Spiele-Industrie in der Presse? Bis auf ein Interview mit den Gründern von Crytek war bisher weder etwas zu lesen noch zu sehen oder zu hören. Talksendungen im TV lassen entweder gleich gänzlich Vertreter aus dem Spiele-Umfeld vermissen oder haben zwar einen Gast, der aber aufgrund der Struktur und wahrscheinlich mit Absicht nur eine kleine Nebenrolle spielt, sind dafür aber mit absolut Themenfremden Gästen gespickt.

Das traditionelle Printmedien kaum noch zu kritischen Interviews fähig sind, ist leider auch nichts Neues. Das da ein halbgares Interview mit Uwe Schünemann bei stern.de fast schon ein Glanzlicht ist, kann einen zum Weinen bringen. Und selbst die Gamingpresse selber macht es nicht besser. Da kann sich Gunnar in seinem Blog gerne jetzt echauffieren wie er will, aber diese Energie hätte er bzw. seine Redaktionskollegen besser in den Interviews mit Beckstein und Schünemann kanalisiert und genutzt. Die Harmlosigkeit beider Fragesitzungen ist schon bemerkenswert für eine Zeitschrift, die von dem Medium Videospiele existenziell abhängig ist.

Wenn man sich also die quasi nichtexistente Gegenwehr gegen die Klappspaten Beckstein und Schünemann zu Gemüte führt, ist es kein Wunder, dass die beiden es schaffen, Zustimmung in der Bevölkerung zu gewinnen.

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