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Wie mache ich Geld im Internet?

30. März 2006

Diese Frage haben sich bestimmt schon viele Internet-Nutzer gestellt. Die einen versuchen es mit eBay, die anderen mit Webseiten und viel Werbung und ein spezieller Berufsstand mit Abmahnungen an Blogger.
Das Anwälte versuchen, durch Abmahnungen gegen Webseitenbetreiber oä. Kasse zu machen ist nicht neu. Seit einigen Jahren erscheinen immer wieder Berichte über solche Vorgänge, auch „große“ Seiten wie heise.de mussten schon mehr oder weniger einknicken. Dabei ging es dann meistens darum, dass eine unbequeme Meinung in Foren und/ oder Kommentaren veröffentlicht wurde.
Da passen Blogger natürlich ganz klar ins Beuteschema der Anwälte. Was bisher eher vereinzelt auftrat, scheint sich im Moment zu Häufen. Der Ablauf ist immer wie folgt: ein Blogger hat Probleme mit einer Firma oder Institution und beschreibt den Fall subjektiv mit (meist) wahren Fakten. 2-3 Monate später findet die betroffene Firma/ Institution diesen Eintrag und fühlt sich beleidigt und verleumdet. Ein Anwalt wird eingeschaltet, der sich natürlich freut eine Abmahnung schreiben zu dürfen. Deren Zutaten bestehen dann aus ein paar Drohgebärden, abstrusen Forderungen und einer Kostennote in ordentlicher Höhe.

Zum Glück gibt es Fälle, in denen Blogger nicht direkt einknicken, und deren Schicksale dann publik werden. So geschehen bei Jens vs. Euroweb oder Moni vs. Transparency International, wo die deutsche Blogszene ordentlich die Sau durchs Dorf gejagt hat.

Neu hinzugekommen ist nun der Fall von Hessi, welcher eigentlich richtig dreist ist. Er hat bei flyerpilot.de eine Leistung per Vorkasse bezahlt, diese aber nicht bekommen. Daraufhin hat er seine Erfahrung niedergeschrieben und dafür prompt eine Abmahnung kassiert, mit Forderungen à la: „Die Anmeldung und Bewerbung Ihrer privaten Homepage unter dem Suchbegriff „f.“ bei Suchmaschinen ist rechtswidrig. Wir fordern die Beseitigung der Einträge unter dem Suchbegriff „f.“.“

Ich frage mich, wie Anwälte überhaupt auf so etwas kommen? Beinhaltet das Jura-Studium nicht auch unser Grundgesetzt? Freie Meinung usw? Anscheinend hat sich in der juristischen Zunft die Ansicht durchgesetzt, dass Kritik an kommerziellen wie öffentlichen Einrichtungen einer groben Geschäftsschädigung gleich kommt. Aber da hat wohl jemand das Ursache-Wirkungsprinzip nicht verstanden: Kritik ist die Wirkung, der Scheiß den so manche Firma baut ist die Ursache.

[tags]Flyerpilot, Abmahnung[/tags]

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