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Zweimal das Ja-Wort, bitte! Habla?!

13. August 2007

Ich war Samstag auf der Hochzeit von Monique und Darius. Und es war wunderbar. Ein sehr schöner Tag und ein sehr schöner Abend werden mir für immer in Erinnerung bleiben.

Am Morgen ging es direkt los. Als Trauzeuge wollte ich schon morgens zu Darius fahren. Die Braut war bereits am Abend vorher abgehauen. In den Anzug kam ich sehr easy rein, nur das mit der Krawatte wollte mal so gar nicht, allen Youtube-Anleitungen zum Trotz. Darius und Bartek holten mich dann irgendwann ab und wir tingelten noch kurz durch die Stadt und bereiteten in der Kirche kurz etwas vor. Danach ging es dann zu Darius nach Haus, wo er und Bartek sich dann auch langsam herrichteten. Derweil spielte ich ein bissel mit dem Kater Jack, was sich aber als Fehler herausstellte, da er irgendwann keinen Bock mehr hat und mir eine wischte. Quer über die rechte Hand. D’Oh!

Obwohl wir eigentlich viel Zeit hatten, wurde es dann doch irgendwann eng. Die Trauung sollte 15 Uhr starten, 14 Uhr mussten wir an der Kirche für die letzten Kleinigkeiten sein. Aber Darius stieg erst 13 Uhr in die Dusche. Also wurde die Krawattenbinderei danach zu einem nervösen Gefummel. Und weil Darius auch der einzige war, der es halbwegs konnte, war er auch bei mir fürs Binden zuständig. In der Kirche dann wurden noch so Sachen wie Gesangshefte ausgelegt, mit dem Probst kurz gesprochen, Rosen ans Revers geheftet und die ersten Gäste empfangen.

Punkt 15 Uhr, alle Gäste sassen in der Kirche und Darius stand neben dem Probst vor dem Altar, wurde Monique von ihrem Vater hereingeführt. Die Trauung begann. Die Predigt war kurz, knackig und mit einem Augenzwinkern. Ohne den für Katholiken typischen erhobenen Zeigefinger. Sehr schön. Während des Gelöbnisses des Paares kamen wir zwei Trauzeugen dann auch nach vorne, ich stand neben Darius und reichte die Eheringe auf einem Kissen. Beide sagten „Ja, ich will!“, so war die Ehe offiziell. Bei den meisten Stand das Wasser schon bis Mitte Unterkante, ich aber habe die meiste Zeit nur gelächelt wie ein Honigkuchenpferd. Noch. Alles in allem eine sehr schöne Zeremonie.

Danach ging es raus in den Vorraum der Kirche, es wurde gratuliert was das Zeug hielt, die Tränen flossen in Strömen. Bei Darius sogar mehr als bei Monique. Symbolisch liessen Beide dann jeweils eine weiße Taube fliegen (da es regnete wie Sau ich immer mit einem Schirm daneben) bevor es zum Sektempfang in einem der hinteren Zimmer ging. Die Stimmung war gelöst und locker und als das gemeinsame Zersägen des Baumstammes sowie das obligatorische Gruppenfoto anstanden hatte auch der Regen ein Erbarmen und hörte langsam auf.

Das Brautpaar verschwand dann mit dem angeheuerten Fotografen, die Gästemeute in Richtung Marriott Hotel zur Feier. Barte, Jessica und ich kamen etwas später nach, da wir noch kurz etwas aufräumten. Auf dem Weg zum Hotel dann spielten Verkehrsregeln wohl nicht mehr so eine wichtige Rolle. Bartek fuhr durch Einbahnstrassen, die Schwester der Braut, Dominique schoss mit Tempo 70 durch die Innenstadt. Egal, an so einem Tag ist alles erlaubt. Im Saal warteten wir dann auf das Brautpaar bevor es mit der Verköstigung begann. Ich lebte zu diesem Zeitpunkt erstmal nur von Wasser, da ich beim Sektempfang etwas zu schnell gestartet war.

Während wir an unseren Tischen saßen, wurde immer wieder mit dem Besteck gegen die Gläser geschlagen, als Zeichen, dass sich das Paar Küssen sollte. Wie viele Spielchen bei Hochzeiten war es am Anfang ganz witzig, irgendwann wurde es halt a bisserl zuviel. Aber es war inzwischen auch Zeit zu Essen. Die Vorspeise bestand aus einer weißen Tomatenmouse, mit Scampi an grünem Pesto. Ausgesprochen lecker. Aber wie das in so Nobelschuppen halt immer so ist auch viel zu wenig. Nach dem Gang wurde die erste Rede von Moniques Mutter gehalten. Man konnte die 5-10 Klösse im Hals manchmal hören. Als zweiter Gang folgte dann eine Curry-Zitronengraß-Crèmesuppe. Oder so. Auf jeden Fall war sie sehr speziell. Mir war sie etwas zuviel. Das Curry brachte meinen Kreislauf ordentlich in Wallung, keine gute Idee, da ich ohnehin schon einen Puls jenseits gesunder Toleranzen hatte. Denn meine Rede sollte nun kommen.

Ich habe mich entschieden, sie hier nicht nochmal wiederzugeben. Ich hatte mir zwar ein Script zurecht geschrieben, improvisierte jedoch viel und ich glaube ich krieg das jetzt nicht mehr so ganz zusammen. Wie dem auch sei, obwohl ich vorher ein schlechtes Gefühl hatte, muss die Rede dann doch recht gut gewesen sein. Ein paar Lacher und Tränen hatte ich bewirkt. Bittersweet eben. Dann wurde es aber auch Zeit für mein erstes Bier, zur Beruhigung. Ne Gabel konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht zitterfrei halten. Der nun folgende Gang, das Hauptgericht, war ein Schweinemedaillon in Kräutermantel an Selleriepüree, frischen Gemüse und gedünsteten Charlotten. Ausgezeichnet würde ich sagen. Das Medaillon war noch leicht rosa, das Gemüse knackig.

Nach einer kurzen Pause war es dann Zeit für den Tanz des Brautpaares. Die Schnulze die da lief kannte ich zwar nicht, schön war das Ganze aber trotzdem. Die Tanzfläche füllte sich dann auch mit anderen Gästen. Da es eine größere Pause bis zum Desertbuffet gab, lockerte sich die Stimmung etwas und man unterhielt sich mit den restlichen Gästen. Für mich hieß das: noch mehr Bier. Draußen vor dem Saal bildete sich irgendwann die Männerrunde. Moniques Vater hatte von seinem Kuba-Urlaub ein paar feine Zigarren mitgebracht, die es nun zu geniessen galt. Darius und ich teilten uns eine Cochiba. Ich im Anzug und Krawatte mit fetter Zigarre, das hat schon etwas Dekadentes:

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Man gönnt sich ja sonst nix. Darius lockerte dann auch endlich Kleiderordnung, so dass ich das Jacket ausziehen und die Krawatte lockern konnte. Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten. Mit der Zeit wird es echt unangenehm, wenn man es nicht gewohnt ist, eine Krawatte zu tragen. Ab jetzt folgte der gelassene Teil des Abends. Die Hochzeitstorte wurde angeschnitten, es wurde getanzt und viel gelacht. Ich habe versucht, zusammen mit Steffen, der zweite Trauzeuge, Moniques Strumpfband zu versteigern, war aber leider nicht so erfolgreich. Wir feierten bis spät in die Nacht hinein und irgendwann kamen auch mir die Tränen. Es lief „Strangers in the Night“, das Paar tanzte allein. Als sie dann wiederkamen standen mir die Tränen in den Augen und Darius stimmte gleich mit ein.

Gegen 3 Uhr war es dann aber so langsam vorbei. Alle machten sich auf, Darius und Monique gingen langsam auf ihr Zimmer und ich lief durch die Stadt nach Hause. Ich war betrunken wie sau, meine Füsse schmerzten wie sau und überhaupt war ich gar nicht mehr so fit. Das bedeutete aber nix, denn es war ein wunderbarer Tag. HABLA!

Nach dem Sprung noch ein paar Bilder von mir auf der Feier. Alle Hochzeitsfotos wird es dann irgendwann auf der Hochzeitsseite geben.

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